13.07.2010
Dienstag und vierter Tag auf See – eine gewisse Routine hat alle ergriffen und steuert unser Verweilen auf dem Schiff.
Höhepunkt des heutigen Vormittags war ein Kricketspiel, das auf dem Sundeck zwischen Passagieren und Crew ausgetragen wurde. Mehrere Bälle gingen trotz der gespannten Netze über Bord, ich habe keine Ahnung, wer gewonnen hat, denn ich kann in diesem Spiel keinen Reiz entdecken. Aber die Leute haben sich köstlich gefreut und viel Spaß an dieser uns fremden Aktivität gehabt. Merrill Joshua, unser Assistant Purser und Claude Amann (der Purser Customer Care, er hat auf der Rückseite seines T-Shirts stehen: Claudius Maximus) haben eine sehr gute Figur abgegeben, natürlich auch unser Purser Accountant Lyn Buckley – sie war prima gestylt, zu ihrer Spielweise kann ich leider nichts sagen, weil ich diesem Zuwerfen und Wegschlagen des Balles wenig abgewinnen kann. Die drei sind tolle Besatzungsmitglieder, die sich sehr um das Wohl der Passagiere kümmern, so dass man sich auf der RMS St. Helena sehr geborgen fühlt.
Wir haben unsere Koffer gepackt, weil sie heute um 14.30 Uhr vor den Kabinen abgeholt werden, damit morgen die Ausschiffung schneller vonstatten gehen kann. Auch haben wir mehrere Papiere ausfüllen müssen, u. a. mit einem Bericht über den gesundheitlichen Zustand, evtl. Grippe usw. Wer würde nach so einer langen Anreise auch etwas anderes schreiben, als dass er keine Krankheit hat, weder Husten noch Grippe mitschleppt ect.
Während des Mittagessen hat Mike Stripp Bilder seiner Arbeiten gezeigt und wir alle am Tisch, Tomas Weis, die McFarlane’s aus Cape Town und wir, waren sehr beeindruckt über die Präzision seiner Arbeiten (siehe www.mikestripp.com). Mike hat uns von seinen Arbeiten erzählt, wobei jede seiner Arbeiten viel viel Zeit erfordert und dementsprechend auch bezahlt wird. Ein Wort noch zum Mittagessen: es gab Schwertfisch zu essen und wir erhielten die Stücke aus der Mitte, die auch dementsprechend groß waren und wunderbar schmeckten. Es hat sich gelohnt, auf der Reise nur Fisch zu essen, es wird wirklich nicht langweilig. Heute abend wir auf dem Sun Deck ein Barbecue stattfinden, hoffen wir mal, dass das Wetter hält. Das Wasser ist ca. 22 °C warm, der Pool ist gefüllt worden, was vorher wegen der heftigen Schlingerbewegungen des Schiffes nicht möglich war.
Die zweite nette Person, die ich heute näher kennengelernt habe, ist Prof. Ruis aus Angola. Er war eine wichtige Person der MPLA, hat für die Unabhängigkeit Angolas gekämpft und ist jetzt im Ruhestand. Er hat sein Haus in Luanda verkauft und wohnt jetzt in Swakopmund in Namibia. Dort ist es seiner Ansicht nach billiger als in Angola und er fühlt sich in Namibia sehr wohl. Während der Weltmeisterschaft war Swakopmund mit vielen deutschen Fahnen geschmückt. Auf die Frage, warum er nach St. Helena reist, antwortete er, dass er in Angola auf dem 16. Breitengrad s.B. geboren wurde und als Junge entdeckte, dass St.Helena fast auf der gleichen Breite liegt. Diese Insel wollte er immer schon mal sehen und jetzt kann er sich endlich seinen großen Wunsch erfüllen.
Im Kampf gegen die Langeweile an Bord (tatsächlich ist wirklich nicht viel aufgekommen), gab es um 18.00 Uhr noch ein Wissensspiel, in dem verschiedene Gruppen ihr „Wissen“ unter Beweis stellen konnten: die Dolphins, die späteren Gewinner, die Octopussys und die Wirebirds (das ist DER Vogel der Insel und als solcher weltberühmt, weil er nur auf St. Helena vorkommt. Das Spiel war unterhaltsam und man wundert sich, was man auf einmal nicht weiß.
Leider ist das Barbecue auf dem Sun Deck dem unfreundlichen Wetter zum Opfer gefallen und wurde stattdessen im Speisesaal zusammen mit einem tollen Salatbüffet und leckerem Kuchen angeboten. Im Vergleich mit dem sonstigen Essen während des Dinners hat das Barbecue aber schlecht abgeschnitten.
Zum Abschluss des Tages fand in der Sun Lounge noch ein Spielewettbewerb statt, bei dem immer zwei in einem Team gegen ein anderes Team antreten mussten. Die Wagner’s waren die Blackbirds und haben sich gut geschlagen, auch wenn kein Finalplatz herausgesprungen ist.
Dann haben wir die Uhr wieder um eine Stunde zurückgestellt und waren dann auf St. Helena Zeit.
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