Mittwoch, 14. Juli 2010

St. Helena - a dream come true

14.07.2010
Mittwoch und fünfter Tag auf See mit Ankunft auf St. Helena. Nach Ansage des Kapitäns sollten wir um 08.00 Uhr Anker werfen vor Jamestown und so war es auch. Ich bin extra früh um 06.30 Uhr aufgestanden, um die Insel aus der Ferne zu sehen, aber als ich an Deck kam, ragte sie schon wie ein dunkler Klotz aus dem Meer heraus und es wurde von Minute zu Minute heller. Alle Leute waren natürlich bis 7 Uhr auf den Beinen und bevölkerten die Reling auf der Backbordseite. Wir liefen die Insel aus Richtung SE an und rundeten sie auf der Ostseite, bis das Schiff dann im ruhigen Wasser der Bucht von Jamestown Anker warf.
Bald waren die Vertreter der Einwanderungsbehörde an Bord, stempelten den Reisepass ab, notierten sich die Nummer der Krankenversicherung, nahmen lächelnd die „Eintrittsgebühr“ von 14 Pfund/Person entgegen und wollten auch noch das Rückfahrtticket sehen. Angesichts des langsamen Aderlasses auf der Insel habe ich mich schon gefragt, wer ohne Rückfahrtticket hierhin kommen will (außer den beiden Franzosen, die für eine Firma arbeiten, die auf der Insel die Felsen mit Eisennetzen überziehen, wie wir sie manchmal von der Autobahn her kennen, um in den hängigen Teilen die Menschen und die Häuser vor herabfallenden Felsen zu schützen. Alles war prima, wir erhielten unsere Karten, dass wir das Schiff verlassen konnten, zogen die dünnen Schwimmwesten an, schnallten den Rucksack drüber und dann durften die ersten 25 Leute sich auf das Boot begeben, das uns auf die Insel brachte. Das Gepäck war schon dort, auch kontrolliert und von Hunden beschnüffelt, weil keine offenen landwirtschaftlichen Produkte eingeführt werden dürfen. Alles war in Ordnung und nach und nach wurden alle abgeholt und schließlich auch wir. Alle kannten Cliff Huxtable, hatten ihn auch schon gesehen, aber dann war er nicht mehr aufzufinden gewesen: wegen des Regens war er zurückgefahren, hatte den Schirm geholt, merkte, dass er nicht mehr genug Benzin hatte, hat getankt und und und ...... er kam noch und hat uns dann in der Ferienwohnung abgesetzt, alles erklärt und das Geld für die 8 Nächte entgegengenommen, eine Quittung ausgestellt und uns erzählt, dass er am Freitag zu seiner Familie nach Vancouver aufbrechen wird (mit der RMS St. Helena nach Ascension, von dort mit dem RAF-Flug nach Brize-Norton in England und später dann weiter nach Vancouver. Joho, da kam ihm unser bisschen Geld für die Wohnung gerade recht.
Während Waltraud sich ausruhte, habe ich scho9n mal die Straße erkundet und war etwas verwirrt über die viele Polizei, die ich dort sah. In den 23 Jahren in Schweden haben wir an so einem einsamen Platz nicht so viele Polizisten gesehen wie hier! Schatten im Paradies, die sich bemerkbar machen?? Da muss ich doch mal nachfragen. Das Wetter war richtig freundlich und ich entschloss mich, die Jacobs Ladder mit ihren 699 Stufen zu erklimmen. Mein Gott, war das ein Unterfangen!! Die ersten Stufen konnte ich ja noch mit gutem Schwung bewältigen, aber dann waren doch viele Pausen angesagt. In der Mitte fing es leicht an zu regnen, ganz dünne Tröpfchen. Dann merkte ich, dass meine Frau meinen „Aufstieg“ beobachtete und heftig mit den Armen winkte. Das hat mich natürlich beflügelt und irgendwann war ich dann oben am Ladder Hill Fort! Die armen Soldaten und Matrosen früher, die ständig hier rauf und runter mussten. Im übrigen gibt es auch einen Wettkampf um die schnellste Bewältigung der Jacobs Ladder. Der Rekord liegt bei 5 Minuten und 14 Sekunden, so ungefähr. Na ja, in diesem Leben schaffe ich das nicht mehr zu unterbieten, aber ich war froh, dass ich mein Ziel erreicht habe.
Ich war gerade einige Meter auf der Straße nach Jamestown hinunter gegangen, da habe ich Tomas getroffen, der in seinem Mietwagen vom Einkauf kam (er hat für mindestens 8 Tage eingekauft), so klein ist die Welt, insbesondere auf einer Insel. Nach einigen hundert Metern biegt dann eine kleine Straße nach Jamestown ab, die man aber nur bergauf befahren kann und dort kommt mir doch mitten in einer Kurve ein silberner A2 entgegen. Gerade konnte ich noch ein Bild von ihm machen, da war er auch schon verschwunden. Als ich später Arbeiter, die an der Straße beschäftigt waren, nach dem Besitzer fragte, sagten sie mir, dass ein Rechtsanwalt das schöne Auto sein Eigen nennt.
Oh Leute - endlich wieder Internet und ich freue mich, dass ich endlich meinen Blog wieder auffüttern kann.

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