15.07.2010 - Donnerstag und erster Tag auf St. Helena nach dem Ankern in der Bucht von Jamestown.
Anscheinend hatte ich zwei verschiedene Erkundungen gebucht, weil morgens um 08.00 Uhr jemand anrief und mich an den Beginn der Fahrt um 09.30 Uhr erinnerte, ich aber gestern im Tourist Büro eine Fahrt ab 09.00 Uhr gebucht hatte. Ich habe die andere Tour dann abgesagt und so begann die Inselerkundung mit Basil George mit einem schelen Beigeschmack.
Wie auch immer: Basil ist eine Koryphäe und als Insulaner mit Vorfahren aus China, Indien, England und dem Burenland in Südafrika bestens geeignet, den Besuchern aus aller Welt seine Insel zu zeigen und zu erklären. Nebenbei hat ihm die Queen einen hohen Orden verliehen.
Nach einem kleinen Stadtrundgang mit Erklärungen zur angelikanischen Kirche, der ersten auf der Südhälfte der Erde, dem Denkmal im Hafen, dem Sitz der Regierung und dem Court House gab es im Hotel Wellington ein Refreshment mit Kaffee von St. Helena und der Möglichkeit, in Serena’s Giftshop Kaffee von St. Helena zu kaufen.
Weiter ging es dann mit dem Busfahrt via Sidepath den Berg hinauf. Wir erhielten einen guten Überblick über Jamestown und die ehemaligen militärischen Gebäude im Talgebiet. Gelegentlicher kurzzeitiger Regen konnte uns den Spaß an der Tour nicht vermasseln, auch wenn sich Aubrey der Fahrer und Basil mehrmals für das schlechte Wetter entschuldigten.
Beeindruckend war der Blick auf Briars und den Wasserfall im Hintergrund des Tales. Briars war der erste Wohnort von Napoleon gewesen, bevor man ihn nach Longwood verfrachtete. Der französische Konsul Martineau hat sich dort viel Land gekauft und ein riesiges Haus bauen lassen – komisch, wie doch Geld überall mit Politik einhergeht. Die früheren Besitzer haben Briars dem französischen Staat geschenkt.
Die Weiterfahrt erfolgte nach Two Gun Saddle, Alarm Cottage und Alarm House. In Hutts Gate gab es einen schönen Blick auf Deadwood Plaine, wo vor dem Hintergrund von Flagstaff Hill insgesamt 6 moderne Windmühlen zu sehen sind, von denen erst eine, später dann drei in Bewegung waren. Die Windräder haben wohl schon eine gehörige Geschichte hinter sich, weil wohl einige im Jahr 1999 falsch montiert wurden. Südafrikanische Spezialisten konnten für viel Geld einen Teil der Probleme lösen.
Viele Hügel im Innern der Insel sind vollständigmit Flachs bestanden, Wald ist zu sehen, was man sich in Jamestown überhaupt nicht vorstellen kann. Mehrmals haben wir den höchsten Berg der Insel, Diana’s Peak, aus einiger Entfernung gesehen und überall sind schöne Anwesen, kleiner oder größer, älter oder jünger, versteckt.
In Sandy Bay School, jetzt ein soziales Zentrum, das behinderten Menschen hilft, konnten wir unser Lunchpaket verzehren und einige Kleinigkeiten in der Behindertenwerkstatt kaufen. Es ist schon eine Seltenheit, in diesem ständigen Auf und Ab eine größere Fläche zu entdecken, die eben ist, so dass dort Kinder Fußball oder andere Spiele austragen können – auch dafür war in Sandy Bay School gesorgt.
Weiter ging es dann auf immer schmaler werdenem Weg Richtung Sandy Bay. Unsere Reisegruppe – wir 12 kannten uns alle schon vom Schiff – erfreute sich an den vielen Stopps, bei denen wir wunderschöne Bilder aufnehmen konnten. Darunter natürlich auch welche mit mit Blick auf die Baptiste Church und die Felsformationen von Lot und Lot’s Wife. Für eine Fahrt hinunter zu Sandy Bay hat es leider nicht gereicht, aber viele haben ein Ziel für die Fahrt im Mietauto gespeichert.
Wir fuhren wieder in Richtung Zentrum der Insel, erblickten die angelikanische St Paul’s Cathedral sowie Plantation House und gelangten zur Farm Lodge House, wo wir herzlich empfangen wurden und wieder St. Helena Kaffe getrunken haben. Die Besitzer sind ehemalige höhere Offiziere der RMS St. Helena gewesen, die dieses Anwesen gekauft haben Sie haben auch viele hunderte von Kaffeesträuchern gepflanzt. Sie haben nicht gesagt, wieviel Caffee Arabica sie ernten, aber der Kaffee schmeckte sehr gut. In einer Garage stand ein gut gepflegter Rolls Royse, den Rest kann man sich selbst zu einer Geschichte zusammenstellen.
Vorbei an der Andrew High School ging es auf einer nur wenig breiteren Straße über Ladder Hill zurück bis an den obersten Punkt der Jacobs Ladder. Während die anderen mit dem kleinen Bus zurückfuhren, bin ich mit John McFarlane die Jacobs Ladder hinabgegangen und habe mich wirklich gewundert, warum meine Beine danach so schlapp waren. Es war ein langer Tag gewesen, bei dem es Basil gelungen war, unser Interesse für viele Punkte für eine genauere Betrachtung zu wecken.
Unser Abendessen haben wir wieder in Anne’s Place eingenommen. Diesmal waren die beiden 82jährigen Damen Helen und Pam aus Südafrika unsere Begleiter. Sie haben sich nicht so recht getraut, im Halbdunkel die Hauptstraße in Jamestown bis zu Anne’s Place und zurück zu gehen. Ihnen konnte geholfen werden. Die Zeit dort konnte ich wiederum nutzen, ein Picasa-Album mit Bildern unserer Reise zu veröffentlichen, was angesichts der etwas lahmen WiFi-Verbindung etliche Minuten in Anspruch nahm.
Viel Spaß mit den Bildern, sie geben leider nur einen ungefähren Eindruck der Schönheit der Insel wider, zeigen aber auf, welch eine wunderschöne Vielfalt an Landschaften, Tälern, Bergen und Farben zu sehen ist.
Eine Sache muss noch berichtet werden. Gegen 22.00 Uhr war der Himmel wolkenlos und wir konnten vom dunklen Weg hinter dem Haus, wo keine Straßenlaterne durch ihr Licht störte, das berühmteste Sternbild des südlichen Sternenhimmels sehen: das Kreuz des Südens, einfach wunderbar anzuschauen.
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