Dienstag, 20.07.2010 – King & Queen Rocks
Da mich kein Collin Thomas oder ein anderer Fischer abgeholt bzw benachrichtigt hat, konnte ich am Morgen wie üblich ins Schwimmbad gehen und dort ca. 20 Minuten meine Runden drehen. Dann haben wir festgelegt, dem schönen Wetter Rechnung zu tragen und eine weitere Wanderung zu unternehmen, diesmal zum King & Queen Rocks im Bereich der Prosperous Bay Plain, also dem Bereich, wo der neue Flughafen entstehen soll. Vorbei an Longwood und der Weather Station (sie haben später um 11.15 Uhr einen Wetterballon starten lassen) ging es dann zu dem Punkt, der in der Karte als Gouvernement Garage bezeichnet wird. Der Hiking Trail sollte einer Fahrspur folgen und dann zu dem Gebiet der Ebene führen. Bald mussten wir jedoch feststellen, dass dieser Weg ins wunderschöne Erosionsgebiete des Barleys führte, aber nicht zu dem Weg, den wir nehmen mussten. Also haben wir uns tapfer (und missmutig) über die Erosionsrinnen und –hügel gekämpft, bis wir nach einer Stunde wieder auf dem Weg waren, der eigentlich zum Ziel führen sollte. Wir haben nach der Überquerung von Cock’s Bridge bald danach erst einmal eine Pause gemacht und uns gestärkt und während dessen kam ein Landrover angeschaukelt. Der Fahrer hielt und wir kamen ganz schnell ins Gespräch. Er war als Soldat bei den britischen Truppen in Lippstadt gewesen und beklagte sich auch darüber, dass die Wanderwege so schlecht ausgeschildert sind, dass man noch nicht einmal erkennen kann, wo man starten soll. Er erklärte uns den Weg und fuhr dann mit dem Wagen zu den aufgebauten Messstationen, wo für die Erbauer des Airports bestimmte Daten über Temperaturen, Wind, Windgeschwindigkeit etc. Gesammelt werden. Wir hatten das Ziel vor Augen und marschierten los, es war jetzt wirklich leicht zu gehen und wir sahen auch mehrere Wirebirds. Nach der Deadwood Plain soll das hier ein weiteres großes Vorkommen sein, was wir bestätigen können.
Als der nette Mensch wieder zurückkam, hat er uns angeboten, uns bis zu einem bestimmten Punkt zu fahren, von dort könnten wir dann anhand der Steinpyramiden den Weg zu den King & Queen Rocks leicht finden. Wir haben dankend abgelehnt - Quatsch, wir haben natürlich angenommen, weil wir schon lange unterwegs waren, bevor wir den eigentlichen Weg fanden. Der restliche Weg war noch beschwerlich genug, aber es hat sich gelohnt.
Von den Rocks, hier gab es natürlich auch wieder kein Gipfelbuch und den obligatorischen Stempel für das Wanderbuch von St. Helena, hat man einen phantastischen Überblick über die ganze Prosperous Bay Plain, aber auch auf Gill Point und die davor gelagerte Shore Insel, auf den Prosperous Bay Beach, wo man wahrscheinlich auch schwimmen kann, aber die 2 Stunden Rückweg allein zu diesem schönen Ziel haben uns dann doch abgeschreckt – man ist ja schließlich keine 20 mehr!!
Ein weiterer Besucher ausser uns war noch auf dem Gipfel: eine süße kleine Maus, die sich nicht viel stören ließ bei der Suche nach Samen, die sie an den wenigen vorhandenen Pflanzen dort fand.
Der Rückweg nahm dann ungefähr 1,5 Stunden in Anspruch, aber wir haben uns nicht sehr beeilt. Es war trotzdem ein langer Marsch gewesen. Dem Millenium Forest haben wir noch einen Besuch abgestattet, die Idee ist es wert und viele Hände haben dabei mitgeholfen, alle sind auch verewigt worden, auch unser Freund Basile George, Inhaber des Ordens vom Britischen Empire. Er ist ein netter Kerl und war heute morgen mit einer Gruppe unterwegs, wahrscheinlich die Napoleontour und etwas Biologie dazu.
Den letzten Stopp machten wir an der Kirche St. Matthew in Hutts Gate. Sie gehört zur anglikanischen Diözese von St. Helena, war aber leider abgeschlossen. Der Friedhof war richtig romantisch, aber wahrscheinlich werden dort keine Leute mehr begraben.
Auf der langen Rückfahrt den Berg runter hatten wir Glück: kein Auto fuhr bergauf und so mussten wir auch nicht warten. Im Tourist Office gab es dann die Stempel, die wir auf Flagstaff Hill und bei den King & Queen Rocks leider nicht vorgefunden hatten. Wie gut, dass sie sich auf diese Mißlichkeiten eingestellt haben. Wir haben der netten Dame noch unsere Vorschläge übermittelt und sind dann nach Hause gegangen in unser Coach House. Mein zweiter Besuch im Schwimmbad diente der Erfrischung, das Wasser war wunderbar!!
Dinner haben wir heute Abend für 5 Leute in Harri’s Guesthouse bestellt, wir sind gespannt, wie die lokale Küche ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen