Mittwoch, 14. Juli 2010

12.07.2010

12.07.2010
Montag und dritter Tag auf See – weiterhin überall nur Wasser, mehr als 5000 m tief und das Schiff zieht auf dem Kurs 310, gesteuert von dem Autopiloten, weiterhin seine „Kreise“, d. h. es ist auf Kurs, wie wir uns während des Besuchs auf der Brücke überzeugen konnten. Jeden Morgen werden die Passagiere genau über die gefahrenen Meilen, die Geschwindigkeit in Knoten, die Tiefe des Wassers und den genauen Standort des Schiffes informiert. Schade, dass mein kleiner Pocket PC mit dem GPS nicht mehr funktionierte, er hätte uns den genauen Standort immer anzeigen können. Und weiterhin kein einziges Schiff zu sehen, seit drei Tagen schon nicht mehr, während der Albatros weiterhin treu das Schiff begleitet und während der Nacht an Bord ruht, wie mir versichert wurde. Nach Auskunft von Thomas, Fischer von St. Helena, der für eine ärztliche Behandlung in Kapstadt war, kann man vom Schiff aus einen Umkreis von 100 bis 150 km sehen, was einer Fläche von 31400 – 70000 km2 entsprechen würde. Da kann man mal wieder den Unsinn erkennen, den man häufig in Piratenfilmen sehen kann, dass plötzlich ein Segelschiff mit vollen Segeln angerauscht kommt und alle überrascht sind. Auf See sieht man bereits in einer Entfernung von mehr als 100 km die winzigste Mastspitze eines Schiffes und dann dauert es noch viele viele Stunden, bis das Schiff näher kommt. O.K. – genug der Belehrung durch einen weitgefahrenen Geographielehrer und leidenschaftlichen Leser der Bücher von Pat O’Brian.
Ein Highlight des Tages war das Shuffleboard Tournament, das um 11.00 Uhr auf dem Sundeck stattfand. Leider bin ich trotz einer Punktzahl von +10 ausgeschieden, weil ich auch eine -5 aufzuweisen hatte, während mein Gegner +10 aufweisen konnte, dabei ist es schon ein Erfolg, den Bereich mit den Zahlen zu treffen. Wie auch immer, wir hatten unseren Spaß mit dem Spiel.
Beim Mittagessen, es gab natürlich wieder leckeren Fisch aus dem Südatlantik zu essen, hatten wir dann eine nette Unterhaltung mit ... und ... aus Cape Town, die uns von einer Reise mit Lufthansa nach Indien berichteten und der Geschichte mit dem verlorenen Gepäck – das aber nach etlichen Tagen und einer kleinen Irrfahrt um die halbe Welt endlich wieder bei den beiden aufgetaucht war. Er war auch Lehrer und wunderte sich, dass wir alle über die gleichen Probleme an Schulen in den verschiedensten Ländern berichteten.
Gott sei Dank zeigt sich das Meer heute von seiner freundlichen Seite, es war relativ ruhig, unser Schiffchen schaukelte nur wenig und wenn dann ganz sanft – wir wurden nicht mehr unkontrolliert durch die Gegend geworfen, konnten uns wieder normal auf dem Schiff bewegen ohne den Eindruck zu erwecken, wir hätten dem guten Kapwein zu sehr zugesprochen.
Das Essen am Abend war wieder super lecker, der indische Doktor aus Goa in blendender Form und wir stellten fest, dass wir in der Zusammensetzung mit Menschen aus Südafrika (Leon und Elena Duvenage), Großbritannien (Lucie Humphries), Indien (Rajev Kinare) und Deutschland eine wunderbare Tischbesatzung bildeten. Jeden Abend war jemand anderes dran mit dem Bestellen und Bezahlen des Weins. Fast jeder hatte sich dafür an der Rezeption einen Account ausstellen lassen, so dass man während des Aufenthalts an Bord für die Einkäufe, Getränke etc. nur die Nummer seines Accounts angeben muss. Der Wein schmeckt gut, die Käseplatte am allerletzten Ende des Essens überzeugte ebenfalls.
Gute Nacht denn auch!!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen