Sonntag, 18. Juli 2010

Sonntag, 18.07.2010

Sonntag, 18.07.2010
Es geht uns weiterhin sehr gut, wir können wirklich nicht klagen. Manchmal essen wir in der Wohnung, meistens aber gehen wir abends in Anne’s Restaurant in der Nähe des Hafens bzw. der Bücherei. Gestern haben wir erneut den Kampf mit den 699 Stufen von Jacob’s Ladder aufgenommen, aber nur etwa zwei Drittel, der erste Teil war ein Pfad, den wir bis zu dem Wahrzeichen von Jamestown hinaufgegangen sind. Das Wetter war so ziemlich unbeständig, was die Leute hier Winter nennen. Für uns ist es eher Aprilwetter, scheint die Sonne, dann brennt sie richtig. Von unserem Haus aus können wir sehen, wie die Regenschleier sich durch das Tal ziehen und dann am Meer verschwinden. Wenig später ist dann wieder tollstes Wetter. Wie dem auch sei, wir nehmen es wie es kommt.
Am Samstag haben wir das Museum in der Nähe der Polizeistation und der anglikanischen Kirche. erkundet, das wirklich viele schöne Stücke zeigt. Unter anderem auch ein Bild des Kommandanten des deutschen U-Bootes U 68, das im Hafen von St. Helena ein englisches Kriegsschiff versenkt hat,sorry, aber dafür können wir jetzt wirklich nichts. Danach waren wir einkaufen und stellten dann fest, dass wir nur noch 23 Pfund in Cash haben und die Banken erst am Montag wieder öffnen. Na ja, wir sind auch so über die Runden gekommen.
Heute kam pünktlich um 09.00 Uhr unser Mietauto und ich war froh, dass Jamestown so gut wie ausgestorben war. So konnte ich mal ganz in aller Ruhe eine Runde drehen, bin dann runter zum Hafen gefahren, habe rückwärts eingeparkt und danach sind wir dann aufgebrochen. Die Straßen hier sind bis auf wenige Meter so gebaut, dass immer nur ein Auto fahren kann. Für die anderen gibt es Ausweichplätze und der Bergauffahrer hat immer Vorfahrt. Das ist die Theorie!! Die Praxis sieht so aus, dass die Straßen meist noch viel enger sind, man vor jeder Kurve hupt (wie in Indien: Horn please!!) und die Straßen gelegentlich so steil sind, dass man Angst hat, hinunter zu fahren bzw. mit Grausen daran denkt, wieder da rauf zu müssen, weil viele Kurven unglaublich eng sind. Manchmal müssen die Autos in den Kurven anhalten, zurücksetzen und dann erneut einschlagen, weil es mit einem Schwung nicht geht.
Es war gut, dass wir an einem Sonntag mit dem Mietauto, einem älteren Ford Escort, angefangen haben und es hat erstaunlich gut geklappt. Auf einem Teilstück von 100 m konnte ich sogar mal im 4. Gang fahren, die steilen Sträßchen bergauf gehts aber nur im 1. Gang und schnell fahren können eh nur die Bekloppten, die es wohl auch hier gibt, nur nicht so häufig wie in Deutschland. Eine Sitte wird hier sehr gepflegt: jeder Verkehrsteilnehmer, Autofahrer oder Fußgänger, der einem unterwegs begegnet, wir mit einem Handwinken begrüßt (so wie früher in Irland der Daumen hochgestreckt wurde!).
Da es viel geregnet hat, sind die Wanderwege, die durch die Wälder und die Flachs“wälder“ führen, sehr nass und glitschig. Wir haben aber trotzdem schon mehrere Wanderungen unternommen. Wir haben viele tolle Plätze gesehen, so das Meer an der Sandy Bay, wo es sogar einen kleinen Strand gibt. Schwimmen ist wegen der starken Unterströmungen strengstens untersagt, aber wir haben wenigstens mal die Füße ins Wasser getragen und sind in dem schwarzen Sand rumgelaufen. Natürlich haben wir auch welchen eingepackt und dazu noch einige Steine (wie immer halt). Im Arboretum sind viele Bäume gepflanzt und neue dazugekommen, leider ist an vielen Informationstafeln das Blatt ab bzw. Nicht mehr zu lesen. Richtung Blue Hill trafen wir dann auf eine von zwei Gruppen von Eseln, die auf der Insel in Schutzgebieten gepflegt werden. Sie waren sooooo lieb und immer mehr kamen den kleinen Hang hinunter an den Zaun. Wir haben einen Apfel für sie in Streifen geschnitten und sie haben nicht nein

Wir hoffen, dass wir am 29. Juli in Kapstadt sein werden, weil ich heute von einer Frau an Sandy Bay Beach gehört habe, dass das Schiff, die RMS St. Helena, aus Ascension noch auf Passagiere warten muss, die mit einem Militärflug von BrizeNorton in England gekommen sind. Leider hatte das Flugzeug, eine alte Trident, ein Problem mit einem Motor und musste in Dakar notlanden. Bin mal gespannt, wie das ausgehen wird. Auf der Rückreise werden wir 70 Passagiere sein, auch nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass 128 Passagiere mitreisen können.
Vielleicht kann ich morgen mit einem Fischer mit dem Boot rausfahren und Thunfisch, Wahoo und Marlin fangen, bin mal gespannt, ob der Collin daran denkt. Vielleicht gehe ich auch mal in das schöne Schwimmbad. Der Bademeister hat gesagt, ich könne auch schon früher kommen, weil eh niemand kommt. Die Temperatur beträgt 22 Grad und den Leuten ist das zu kalt. Da lobe ich mir doch die guten schwedischen Seen mit ihren 18-20 °C warmen Wasser.
Ich werde euch berichten.

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