Donnerstag, 22. Juli 2010

Last day on the island

Mittwoch, 21.07.2010 – Besuch beim Gouverneur

Bevor ich das vergesse. Hier ist der Link zu einigen ausgewählten Bildern unserer Reise nach St. Helena. Wir haben bislang mehr als 1600 Bilder gemacht, bis zum Ende der Reise werden es wohl so zwischen 2000 - 2500 werden. Sollte jemand Interesse an allen Bildern haben, so soll er/sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen:
http://picasaweb.google.com/edgar.wagner2/ADreamComesTrueStHelena2010?authkey=Gv1sRgCLv5r-6nl7WGWg&feat=directlink
Heute ist unser letzter ganzer Tag auf St. Helena. Wir haben durch die Mund-zu-Mund-Propaganda und auch durch das Radio Saint.fm gehört, dass wir zwischen 14 – 15 Uhr unser Gepäck im Hafen auf- bzw abgeben müssen. Also mussten wir schon früh packen und siehe da, es war noch mehr Platz im Koffer als vorher.
Während Waltraud auf der Bank noch etwas Nachschub an St. Helena-Pfunden geholt hat, konnte ich bei Solomon’s tanken. Der Liter Benzin hat 1,33 Pfund gekostet, mal sehen, was das in Euro ist, dürfte aber unseren Preisen in etwa entsprechen. Diesel ist weit billiger.
Anschließend haben wir uns den Friedhof der Buren bei Knollcombs angeschaut. Etliche der hier von 1900 – 1902 gefangenen gehaltenen 6000 Buren haben diese Zeit nicht überlebt. Die meisten sind nach Hause gekommen und einige wenige sind hier geblieben, weil sie eine Frau von St. Helena geheiratet hatten.
Von dort zum Plantation House ist es nicht weit. Plantation House ist der Sitz des von der britischen Regierung ernannten Gouverneurs. Das Haus ist nur gelegentlich für bestimmte Feste geöffnet und man sagt, dass man an der Zahl der Einladungen und an der Sitzordnung am Tisch des Gouverneurs den Rang der eigenen Person und die gesellschaftliche Stellung auf St. Helena ablesen kann. Wie dem auch sei! Damit haben wir keine Probleme. Der Gouverneur hat uns auch nicht empfangen, wirklich nicht. Wir haben uns im Park auf die Suche nach Jonathan gemacht. Jonathan ist eine mehr als 100 Jahre alte Schildkröte. Wir haben insgesamt 5 Schildkröten gesehen, wovon drei einen sehr stattlichen Umfang bzw. Höhe und Gewicht hatten. Wir haben sie alle Jonathan genannt und ich habe alle fotografiert! Jetzt haben wir Jonathan auf jeden Fall auf einem Foto. Wir überlassen es der Deutungskunst des Betrachters festzulegen, welche Schildkröte Jonathan ist.
Nur wenige Meter oberhalb von Plantation House liegt die St. Pauls Cathedral der anglikanischen Diözese von St. Helena. Natürlich kann sich diese Kirche mit unseren nicht vergleichen, aber sie ist ein Bischofssitz und dieser ist auch in der Kirche im Altarraum auf der rechten Seite zu bewundern. Sogar ein Bischofsstab ist am Sitz befestigt. Der Bischof reist übrigens mit uns auf dem Schiff mit nach Cape Town, weil er an einer Tagung teilnehmen muss, anschließend in Urlaub fährt und dann wieder an einem Kirchentreffen teilnehmen wird. Er wird laut Radiomeldug erst im Oktober wieder auf der Insel zurück sein – schöner Job, ein Bischof auf St. Helena zu sein.
Der Friedhof war dann auch der letzte Punkt des touristischen Programms. Hier sind viele neue Gräber angelegt, die alten werden anscheinend schon nach wenigen Jahren nicht mehr gepflegt. Ach, wenn das die Frauen vom Hunsrück und von Speyer und von sonstwo wüssten! Aber so ist das Leben. Mache sich jeder selbst seinen Reim drauf.
Wir waren pünktlich zurück, aßen unsere Suppe und verschlossen unsere Koffer. Mit unserem Mietauto brachten wir die beiden Gepäckstücke dann zum Hafen, wo sie in einem speziellen Hangar geröngt wurden, das wars dann.
Eine weitere Stunde verbrachten wir dann im Schwimmbad. Man stelle sich das mal vor: das Wasser ist ca. 25 °C warm und kein Mensch geht hin, weil es zu kalt ist. Wir haben uns darüber gefreut und in dem 34 m langen Becken unsere Runden gedreht. Am späten Nachmittag habe ich dann doch noch ein paar Unentwegte gesehen. Welch ein Schwimmbad: Sonne vom Meer her bis ca. 18.00 Uhr, ein Blick auf Jacob’s Ladder, ein anderer Blick auf den anderen Talhang, das bekommt man nicht in jedem Schwimmbad geboten und dazu noch eine schöne Musik. Adé du meine liebe Insel – es war eine gute Entscheidung gewesen, hierhin zu fahren. Gerne mache ich auch Werbung dafür. Es gibt kaum einen Platz auf der Welt, wo auf so wenig Raum so unterschiedliche geographische, geologische und biologische Besonderheiten zu finden sind.
Am Ende eines kurzen Spaziergangs entlang der Hafenfront hatten wir noch ein nettes Gespräch mit Russell Crowe – nein, einfach nur Russell. Er macht dort Dienst mit seinen Hunden, die auf der Suche sind nach Drogen oder Produkten, die nicht nach St. Helena eingeführt werden dürfen, so z. B. Pflanzen, Honig etc. Hätten sie doch schon in den früheren Jahrhunderten diese Kontrollen gehabt, dann würde es heute nicht diese Plage mit den Mäusen, Ratten und Kaninchen geben.
Am letzten Abend waren wir dann noch im Oriental Tree Restaurant in der Mainstreet essen. Es war sehr schön dort und unterscheidet sich deutlich von dem Angebot bei Anne’s Place oder bei Harri’s Guest House oder beim Consulate Hotel. Wir haben schon in Cape Town auf der RMS von Chloe, der Tochter des Besitzers, von der Qualität des Restaurants gehört und es hat sich bestätigt. Also eine Empfehlung an alle Reisenden nach St. Helena: das Oriental X Tree Restaurant, etwas teurer als die anderen, dafür aber auch wesentlich besser.
So, das soll es einmal gewesen sein. Vor der Abreise mit der RMS St. Helena werde ich diese kleine Beschreibung noch abschicken, dann hoffen wir mal auf eine ruhigere Überfahrt mit vielen guten Gesprächen. Kann ja eigentlich nichts schiefgehen, wenn eine Bischof dabei ist, auch wenn er der anglikanischen Kirche angehört.

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