Auf Anregung unseres Hotelbetreibers begaben wir uns nach dem Frühstück auf eine schweißtreibende Wanderung auf einen Berg im Hinterland von Jaco. Wir waren schon fast müde, als wir erst hinter der Tankstelle den Weg bergauf fanden. Langsamen Schrittes, ständig den Schweiß aus den Augen reibend, ging es bergauf. Ab und zu überholten uns andere "Bergbessesene", Einheimische wie Fremde, auch eine Gruppe mit Pferd war dabei. Dabei wären die Reiter besser abgestiegen und hätten die Tiere geschoben oder getragen, hätte ihrer Figur nicht schlecht getan. Von mehreren Plätzen aus hat man vom Berg einen wundervollen Blick auf den Playa de Jaco und man wundert sich doch sehr, dass nur so wenige Menschen im Wasser waren, meist jugendliche Surfer (aber das kann man von da oben nicht wirklich sehen).
Auf Empfehlung besuchten wir auch ein Restaurant, was sich auf Frühstück und Mittagessen spezialisiert hat. Es bietet eine reichhaltige Küche, preiswert und schmackhaft. Anschließend versuchten wir Geld zu holen, der Geldautomat wollte nicht! Abends waren wir dann eine Pizza essen, ein Österreicher betreibt das Lokal, die Pizza war gut, den Besitzer muss man nicht kennenlernen.
Am nächsten Morgen (Dienstag, 22.11.) begaben wir uns mit dem Auto auf der Küstenstraße Carretera Nacional Pacifica Fernández (Str. Nr. 34) Richtung Golfito. Die Straße ist in einem für Costa Rica phantastischen Zustand. Unterwegs gab es an einem Lastwagentreff ein tolles Frühstück. Wir nahmen den ersten Weg nach Golfito, welch ein Fehler. Riesige Löcher, steile Wegstrecke rauf und runter, man hätte verzweifeln können, aber mit zuschaltbarem Allrad ließ sich das Problem bewältigen. Wir kamen nach Golfito und mussten auf dem Plan lange suchen, bis wir die Purruja Lodge fanden, ebenfalls in der Reihe der Tucan-Hotels aufgeführt. Wir hatten bei Booking reserviert, aber man wusste mit uns nichts so recht anzufangen. Es gab aber zwei Zimmer und der Besitzer (ehemals DDR) informierte uns über den Hurrikan, Otto mit Namen, der im Anmarsch sei und an eine Fahrt auf unserer beabsichtigten Strecke wäre wegen der zu erwarteten sintflutartigen Regenfälle und Bergrutsche nicht zu denken. Die Berichterstattung im Fernsehen nahm schon fast hysterische Züge an. Warnungen über Warnungen. Es schien so, dass fast jeder Mitarbeiter des IMN (Meteorologischer Dienst) einmal zu Wort kommen musste.
Wir fuhren erst einmal nach Golfito und kehrten ins Restaurant Mar y Leno ein, mit einem tollen Tisch auf der Veranda mit Blick über den Golf von Golfito. Meine Sopa de Mariscos war Spitze und auch die beiden anderen waren mit ihrem Essen sehr zufrieden.
Dann beschlossen wir, den Hurrikan nicht zu verachten und am nächsten Tag nach Jaco zurückzufahren und dort einmal abzuwarten, wie sich Otto entwickelt. "Mein Freund Edgar", begrüßte mich der Besitzer, "du hast ja wieder über Booking.com gebucht und wir müssen denen wieder so viel Geld geben". Das ist richtig und tut uns auch leid, aber ich konnte mich damit entschuldigen, dass die Frauen auf dieser Variante bestanden. Ich bin ja schließlich nur der Chauffeur. Die zweite Nacht ging dann wieder ohne Booking in die Bücher des Hotels ein.
Und weil es so schön im Paraiso Escondido ist, blieben wir noch eine Nacht (Mi 23.11. und Do 24.11.) und dann stellten wir noch fest, dass es nur noch einen Monat bis Weihnachten ist. So soll es sein, aber ein vorweihnachtliches Gefühl fehlt uns in CR.
Wir freuten uns aber, dass wir südlich von Jaco am Playa de Hermosa zwei wunderschöne Aras beobachten konnten und dann tauchte auch noch vor dem Frühstückstisch ein junger Tukan auf.
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