Es ist unglaublich, aber wir haben es wirklich geschafft. Bevor wir aber die Hauptstadt Dehra Dun erreichten, gab es noch ein Problem zu bewältigen. 20 km vor der Stadt blockierte ein umgefallener (oder gesägter) Baum die Straße. Es kann nur wenige Minuten vor unserer Ankunft gewesen sein, aber es waren schon Leute am arbeiten. Es gab keine Motorsäge, sondern mit großen, 1,5 m langen Sägen war man dabei, die dicken Äste abzuschneiden. Warten wollte natürlich keiner und so konnte man wieder einmal unglaubliche Szenen beobachten, wie versucht wurde, mit den Motorrädern unter den Ästen durchzufahren, obwohl gewarnt wurde, dass jederzeit der Ast runtersausen kann. Ein Lastwagen versuchte auf der anderen Seite dann, die abgeschnittenen Äste bzw. den Stamm auf die Seite zu ziehen. Kaum war eine Lücke von 1-2 Metern, drängten sich schon die ersten Motorrad-, Fahrrad- und Mopedfahrer durch. Die Arbeiter beschwerten sich und ein Polizist hat sie auch noch durchgewunken. Es war toll, dass Amar Singh sich da einmischte, dann hat es irgendwie geklappt, obwohl da mindestens 100 Leute rumstanden, diskutierten, gestikulierten - wir standen da mit offenem Mund und hätten gerne regelnd eingegriffen. Aber wie das in Indien so ist: Nach zwei Stunden war das Problem derart gelöst, dass sich alle wieder durch dieses Nadelöhr drängten, irgendwie hat es dann geklappt (nehme ich mal an).
In Dehra Dun fanden wir eine schöne Unterkunft im Hotel Aketa, was ich schon von früher her kannte. Sie haben sich ganz gut entwickelt, WiFi ist überall kostenlos verfügbar und wir konnten das gleich nutzen.
So sind wir denn nach einer kurzen Erholung in die neue Schule von Neelam Sharma gefahren. Wir kennen sie seit einem Besuch bei uns vor einigen Jahren. Sie ist jetzt Schulleiterin von "The Indian Academy". Das ist eine total neue Schule, die mit Englisch als Unterrichtssprache beginnt, aber auch Hindi nicht vernachlässigt.
Sie war ganz stolz, uns "ihre" Schule zeigen zu können.
Am Abend waren wir dann zu ihr nach Hause eingeladen. Die Verhältnisse dort können nicht annähernd richtig beschrieben werden. Der bettlägrige Schwiegervater (81) liegt in einem Zimmer, daneben ist das Schlafzimmer von Neelam, das kleine Wohnzimmer und eine kleine Küche komplettieren die Wohnung. Das Badezimmer bedürfte dringendst einer Grundrenovierung, aber das ist in Indien wohl oft Nebensache (für uns definitiv nicht). Wir hatten auf jeden Fall in ihrem Besein mit Nichte und Neffe, die auf eine teuere Privatschule in Dehra Dun gehen, einen angeregten Abend, in dessen Verlauf wir viele Fragen beantworten konnten und auf manchen Sachverhalt hinwiesen, der uns wahrscheinlich ewig unklar bleiben wird.
Bilder: http://picasaweb.google.com/edgar.wagner2/Indien2010?authkey=Gv1sRgCNns84ed8v3ABQ&feat=directlink
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