Donnerstag, 16. September 2010

Das Taj Mahal in Agra

Mittwoch, 18.09.2010
Das von Amar Singh ausgesuchte Hotel Royale Residency (www.royaleresidency.com) erwies sich als gutes Hotel zu einem verdammt guten Preis, den wir als Europäer natürlich nicht bekommen. Nach einem reichhaltigen Frühstück begaben wir uns zum Highlight unserer Reise, dem Taj Mahal. Oh du schönstes Gebäude der Welt, wie hat sich deine Umgebung in den letzten 27 Jahren verändert, vorteilhaft verändert. Konnte man früher noch mit dem Bus nahe an den Haupteingang fahren, so muss man heute ca. 1 km vom Eingang entfernt parken und dann mit einem Elektro-Tucktuck weiterfahren. Nach dem Durchqueren einer Sicherheitsschleuse (Stativ nein, Handy und Kamera ja, Eintritt 750 Rupien) ging es dann endlich auf das eigentliche Gelände und dann stand das Taj Mahal da, weiß wie immer, einer Königin gleich und für eine Königin, genannt Mumtaz Mahal, wurde es auch gebaut. Tausende von Führern bequatschen die Touristen aus Indien und dem Rest der Welt – ich möchte wirklich nicht wissen, was da alles so erzählt wird. Wie dem auch war: unser Führer hat sich in erster Linie mit seinen Informationen an Toni gerichtet und wir gingen gemütlich auf der 100 mal 100 m langen Quadratplattform herum und fotografierten nach allen Seiten und ließen uns von dem Gebäude verzaubern. Kein Gebäude am Persischen Golf oder wo auch immer kann diese Faszination hervorrufen. Der Jamunafluss auf der Rückseite des Taj Mahal war so hoch wie nie zuvor gesehen – auch das faszinierte die zahlreichen Besucher. Heute war es fürchterlich schwül und alle Menschen suchten so schnell wie möglich den Schatten, wo es etwas angenehmer war. Nachdem wir unzählige Aufnahmen gemacht hatten, begaben wir uns auf den Weg nach Fatepur Sikri, der früheren Hauptstadt des Mogulreiches unter Kaiser Akbar, der mit drei Frauen verheiratet war: einer muslimischen, einer hinduistischen und einer christlichen Ehefrau aus Portugal. An vielen Bauwerken sind die drei Religionen seiner Ehefrauen an bestimmten Symbolen zu erkennen. Auch hier war es fürchterlich heiß und schwül und wir konnten den gekonnten Ausführungen des indischen Guides, auch bedingt durch seine grauenhafte englische Aussprache, nur unzureichend folgen. Den Rest des Tages brauchten wir, um in den 1938 erbauten Bhanwar Vilas Palace in Karauli zu gelangen. Die Straße dorthin war in einem furchtbaren Zustand. Die Zahl der Schlaglöcher ist unendlich, gelegentlich war kein Belag mehr auf der Straße und man musste sich seinen Weg quer irgendwie suchen und das auf einem Hauptverkehrsweg, einfach unvorstellbar. Kein Feld-oder Waldweg sieht so aus wie diese Straße. Es hat mich an die Fahrerei in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1990 erinnert.
In Karauli gelang es mir nach einem persönlichen Gespräch mit dem Manager noch ein schönes Zimmer zu ergattern, obwohl nach seinen Auskünften Amar Singh gegenüber alles belegt war. Der Maharadscha, von eher kleiner Statur aber sehr freundlich, war auch anwesend und ich konnte ihm Grüße von all seinen Gästen aus Deutschland und Schweden übermitteln. Er hat zumindest so getan, als ob er sich sehr freuen würde und hat mir auch noch etwas über seine Schulen erzählt. Nach dem Abendessen (Büffet) zusammen mit einer internationalen Reisegruppe konnten wir noch ein wenig draußen sitzen, dann war es auch schon so dunkel, dass die wenigen Lampen den Innenhof nicht mehr beleuchten konnten.

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