Donnerstag, 16. September 2010

Beim Maharadscha von Kaurali

Donnerstag, 19.09.2010
Das Frühstück beim Maharadscha war jetzt nicht wirklich der große Wurf, aber dafür das anschließende Gespräch mit der Maharani. Sie ist eine wirklich feine Frau, offen und kommunikativ und sitzt auch im Parlament in New Delhi. Sie berichtete über die Schwierigkeiten, die Paläste mit den wenigen Mitteln zu unterhalten, wovon wir uns dann anschließend beim Besuch des City Palastes, der im frühen 17. Jahrhundert erbaut wurde, überzeugen konnten. Niemand kann an einem Ort wie Karauli solch einen Palast erwarten. Sie erheben seit einigen Monaten Eintritt, aber von den wenigen Gästen kann keine wirkliche Sanierung durchgeführt werden. Drei Mann begleiteten uns durch das unheimlich verwinkelte Bauwerk, in dem sich immer neue Schätze auftaten. Bis in die 60er Jahre des 20. Jhd. hat die Familie des Maharadschas noch hier gewohnt. Viele Handwerker sind mit der ständigen Sanierung der vielen Wandmalereien beschäftigt, während das Museum wie immer eigentlich in Indien museumsdidaktisch auf einem der letzten Plätze in der Welt rangieren dürfte. Mit einem kleinen handgeschriebenen Zettel unterlegt wurde auch ein Euro präsentiert, als Zahlungsmittel in Europa!! Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus und haben auch entsprechend viele Bilder gemacht. Direkt neben dem City Palace liegt die vom Maharadscha unterstützte Schule. Die zum Palast führenden Straßen sind gerade mal so groß, dass ein Auto durchkommen kann. Unsereiner wäre natürlich auf einer solchen Straße niemals mit dem Auto gefahren, aber dieses Denken gilt nicht in Indien.
Es war schon später Vormittag, als wir uns endlich auf den Weg nach Alwar machten. Habe ich gestern über die Straße geschimpft, so habe ich heute für die Schildung der Straßenverhältnisse keine Worte mehr. Bei mehreren Halts mussten wir unsere Bandscheiben sortieren und uns kräftig ausschütteln, so waren wir durchgerüttelt worden – unglaublich, was hier den Menschen zugemutet wird. Auf dieser Straße begegnen einem dann Lastwagen,die mit mindestens 50 Leuten beladen sind, Busse, auf denen bis zu 20 – 30 Leute auf dem Dach sitzen und größere Tucktucks, die bis zu 20 Leute befördern und wo der Fahrer mit einer Arschbacke noch sitzt, während neben ihm noch 4 – 5 schmalbrüstige Inder Platz gefunden haben. Das nennt man Ausnutzen aller Ressourcen, für uns der reine Horror. Wie auch immer, als wir gerade im Hotel Arravali in Alwar angekommen waren, ging ein heftiger Regen nieder. Wir waren sicher im Hotel und Amar Singh hat tolle Preise für unsere Zimmer herausgehandelt. Aber echt stark, dass in so vielen Hotels mittlerweile WLAN vorhanden ist. Ein Rätsel, wie das in solch einem Land funktionieren kann, aber uns freut es.

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