Für das Wochenende war ein gemeinsamer Ausflug einschließlich Mama Mauriel zu dem Weltkulturerbe Samaipata 120 km westlich von Santa Cruz geplant. Dazu wurde ein Kleinbus mit Fahrer gemietet. In diesen Wagen quetschten sich dann, in Bolivien scheinbar üblich, zusätzlich zu dem Fahrer noch 9 Leute rein. Gott sei Dank durfte ich vorne sitzen, sonst hätte ich wahrscheinlich auf die Teilnahme verzichtet. Die Straße erwies sich im mittleren bis letzten Abschnitt wegen der vielen notwendigen Bauarbeiten als eine einzige Katastrophe.
Yvette hatte für uns zwei Häuser in einer Ferienhausanlage gemietet, die einem Deutschen gehört, der die Anlage von einem bolivianischen Verwalter betreuen lässt. Wir gingen zu Fuß in die Stadt, besser gesagt Ortschaft hinunter. Rund um die Plaza befinden sich einige einfache Restaurants, die mit den zumeist Tagesgästen ein gutes Geschäft machen. Das Essen war nicht schlecht.
Dann fuhr uns ein Kleinbus zu der Zeremonialstätte der Inkas, nach "El fuerte de Samaipata".Ganz gut gemacht, dass man auf einem einfachen Wanderweg das riesige Monument umrundet. Wir hatten unsere Sportschuhe an, unsere Gastgeber ihre Havaianas und Mutter Mauriel ein völlig ungeeignetes Schuhwerk. Jedem halt das Seine!
Die Anlage liegt auf über 1900 m, das Wetter war traumhaft und die Sonne brannte. Früher konnte man wohl die aus dem Stein gearbeitete oder bearbeitete Anlage betreten. Das ist jetzt nicht mehr möglich, aber man muss eine sehr stabile und übersichtliche Konstruktion entlang laufen, von der aus man einen guten Überblick über die Anlage hat.
| Inkakultstätte von Samaipata (El fuerte de Samaipata) |
Nach der Rückkehr gingen einige schwimmen, andere wie wir ruhten sich einfach nur aus und genossen den Blick auf diese tolle Gegend. Hier wird auf über 1900 m Wein angebaut, wie die vor wenigen Jahren angelegten Flächen zeigen. Nur zum Vergleich: im Wallis ist da bei knapp 1100 m Schluss mit lustig!
Leider hatte die Anlage kein Restaurant (das bewirtschaftet war), so dass wir am nächsten Tag gezwungen waren, zum Frühstück in den Ort runterzugehen, was vielleicht 500 - 700 m waren. Der Bankautomat wollte uns kein Geld geben und während ich in der Nähe eines Cafés in deren Internet war, fuhren die anderen mit zwei Taxis in die Anlage El pueblito in der Nähe von Samaipata. Jede Gruppe dachte, ich wäre im anderen Taxi. Da war ich mächtig angesäuert und verbrachte dann die nächsten paar Stunden auf der Plaza bzw. ging dann zum Ferienhaus und setzte mich dort in den Schatten.
Nur mit Mühe gelang es Yvette, am Nachmittag einen Taxibus nach Santa Cruz zu bekommen. Mit uns waren tausende von Autos auf dem Heimweg und die Situation auf der eigentlich gut ausgebauten Bundesstraße wurde immer chaotischer. Vielen ging der normale Verkehr zu langsam, sie überholten, wenn kein Gegenverkehr war und wenn sie nicht mehr einscheren konnten, fuhren sie auf dem unbefestigten Seitenstreifen weiter, gleiches war auf unserer Seite, wo die mächtigen SUV und Trucks zeigten, wie das so in Bolivien gemacht wird.
Wir waren mächtig froh, dass wir heil in Santa Cruz ankamen. Helen bestellte für uns alle in der Wohnungt ihrer Mama einen Burger, der statt Rindfleisch aus Hühnerherzen bestand!!! Alle liebten das Essen, wir haben es gegessen, aber in Deutschland wäre es wohl nicht der Renner gewesen.
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