Freitag, 22. Januar 2016

20.01.2016 - Santa Cruz

Nicht schlecht staunte ich, als ich am frühen Morgen um ½ 8 Helens Stimme unten hörte. Sie wollte eigentlich viel später kommen. Es stellte sich heraus, dass sie die Nacht auf dem Sofa verbracht hatte, weil der Akku ihres Handys leer war und mit dem Telefon im Haus nicht nach draußen angerufen werden kann. Ihre Mutter hat dann irgendwann angerufen, als sie merkte, dass Helen nicht im Haus war. Mit unseren Handy können wir zwar simsen, aber nicht anrufen (wenigstens nach Deutschland nicht).
Um 10 Uhr bolivianische Zeit, also eigentlich um 11 Uhr nach deutscher Zeit, kam ein Taxi vorbei, mit dem wir zu der wunderschönen Badelandschaft mit Restaurant „La Rinconada“ etwas außerhalb von Santa Cruz, unweit vom Rio Pirai,  fuhren. Ich verzichtete auf ein erneutes Fahren und so bestellten wir ein weiteres Taxi, mit dem Helen und Waltraud fuhren und noch vor uns dort ankamen. Unser Taxifahrer war sehr nett, sprach gut Englisch, weil er einige Jahre in Maryland/USA gewohnt und gearbeitet hat. Er kannte sich leider nicht so gut aus und so erkundeten wir die Gegend, fanden aber schlussendlich doch den Eingang. Mit einem Seniorenrabatt von 25 % zahlten wir umgerechnet 29 € für zwei Personen. Es war nicht so viel los, was die ganze Geschichte noch besser machte. Mehrere Schwimmbereiche, der tiefste 1,30 m tief, ein großer Wasserfall, mehrere kleinere Rutschen, ein sauberer Toiletten- und Umzugsbereich, alles war gut gelungen  und so hatten wir den ganzen Tag bis 18:00 Uhr viel Spaß. Das Restaurant bot ein gutes Essen und zudem gab es kostenloses Wifi, was wir großzügig nutzten, weil wir im Haus leider nicht über Internet verfügen. So war es ganz nett zu hören, dass in Deutschland die Temperaturen unter 0° C liegen, Gisela die Heizung in unserer Wohnung sicherheitshalber etwas anstellte und viele Leute mit uns tauschen wollten. O.k. nach La Paz ist das für mich das reinste Paradies. Man bekommt wieder Luft mit Sauerstoff in die Lungen, die latenten Kopfschmerzen sind verschwunden, die Temperaturen sind vielleicht etwas zu hoch, aber wir können uns in einerWoche in Speyer ja wieder warm zudecken. Lieber geschwitzt, als keine Luft kriegen und frieren.
Die Freizeitanlage mit Restaurant La Rinconada 

Wie auf einer der karibischen Inseln




Zurück ging es dann wieder mit zwei Taxis. Unser Fahrer, ganz schick gekleidet und mit geringem englischem Wortschatz ausgestattet, fand den Weg zu unserem Haus, Waltraud hatte nämlich am Abend zuvor einen Screenshot der Navianzeige gemacht, sodass wir wenigstens wussten, wo wir wohnen, auch wenn wir nicht mit dem Navi hinfinden (wenigstens am Anfang nicht). Sein Wagen war ein BYD, also ein chinesisches Produkt, mit dem er wie ein Ralleyfahrer durch die Gassen brauste, hupte, anderen Autos die Vorfahrt nahm und mir nach jedem tiefen Atemzug bedeutete, dass alles in Ordnung sei. Nach der Ankunft verzichtete er auch noch großzügig darauf, mir mein Wechselgeld zu geben. Welch ein Zufall in so einer großen Stadt. Er sollte einen Tag später wieder unser Taxi steuern.

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