Nicht schlecht staunte ich, als ich am frühen
Morgen um ½ 8 Helens Stimme unten hörte. Sie wollte eigentlich viel später
kommen. Es stellte sich heraus, dass sie die Nacht auf dem Sofa verbracht
hatte, weil der Akku ihres Handys leer war und mit dem Telefon im Haus nicht
nach draußen angerufen werden kann. Ihre Mutter hat dann irgendwann angerufen,
als sie merkte, dass Helen nicht im Haus war. Mit unseren Handy können wir zwar
simsen, aber nicht anrufen (wenigstens nach Deutschland nicht).
Um 10 Uhr bolivianische Zeit, also eigentlich
um 11 Uhr nach deutscher Zeit, kam ein Taxi vorbei, mit dem wir zu der
wunderschönen Badelandschaft mit Restaurant „La Rinconada“ etwas außerhalb von
Santa Cruz, unweit vom Rio Pirai, fuhren. Ich verzichtete auf ein erneutes
Fahren und so bestellten wir ein weiteres Taxi, mit dem Helen und Waltraud
fuhren und noch vor uns dort ankamen. Unser Taxifahrer war sehr nett, sprach
gut Englisch, weil er einige Jahre in Maryland/USA gewohnt und gearbeitet hat.
Er kannte sich leider nicht so gut aus und so erkundeten wir die Gegend, fanden
aber schlussendlich doch den Eingang. Mit einem Seniorenrabatt von 25 % zahlten
wir umgerechnet 29 € für zwei Personen. Es war nicht so viel los, was die ganze
Geschichte noch besser machte. Mehrere Schwimmbereiche, der tiefste 1,30 m
tief, ein großer Wasserfall, mehrere kleinere Rutschen, ein sauberer Toiletten-
und Umzugsbereich, alles war gut gelungen
und so hatten wir den ganzen Tag bis 18:00 Uhr viel Spaß. Das Restaurant
bot ein gutes Essen und zudem gab es kostenloses Wifi, was wir großzügig
nutzten, weil wir im Haus leider nicht über Internet verfügen. So war es ganz
nett zu hören, dass in Deutschland die Temperaturen unter 0° C liegen, Gisela
die Heizung in unserer Wohnung sicherheitshalber etwas anstellte und viele
Leute mit uns tauschen wollten. O.k. nach La Paz ist das für mich das reinste
Paradies. Man bekommt wieder Luft mit Sauerstoff in die Lungen, die latenten
Kopfschmerzen sind verschwunden, die Temperaturen sind vielleicht etwas zu
hoch, aber wir können uns in einerWoche in Speyer ja wieder warm zudecken. Lieber
geschwitzt, als keine Luft kriegen und frieren.
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| Die Freizeitanlage mit Restaurant La Rinconada |
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| Wie auf einer der karibischen Inseln |
Zurück ging es dann wieder mit zwei Taxis. Unser Fahrer, ganz schick gekleidet
und mit geringem englischem Wortschatz ausgestattet, fand den Weg zu unserem
Haus, Waltraud hatte nämlich am Abend zuvor einen Screenshot der Navianzeige
gemacht, sodass wir wenigstens wussten, wo wir wohnen, auch wenn wir nicht mit
dem Navi hinfinden (wenigstens am Anfang nicht). Sein Wagen war ein BYD, also
ein chinesisches Produkt, mit dem er wie ein Ralleyfahrer durch die Gassen
brauste, hupte, anderen Autos die Vorfahrt nahm und mir nach jedem tiefen
Atemzug bedeutete, dass alles in Ordnung sei. Nach der Ankunft verzichtete er
auch noch großzügig darauf, mir mein Wechselgeld zu geben. Welch ein Zufall in so einer großen Stadt. Er sollte einen Tag später wieder unser Taxi steuern.
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