19.01.2016 Dienstag in Santa Cruz de la Sierra
Ein wahrhaft denkwürdiger Tag und zwar in
mehrerlei Hinsicht. Wir trafen uns zum Frühstück im wenig ansprechenden
Wohn-/Esszimmer des Hauses und Helen äußerte den Wunsch, dass ich heute das
Auto ihres Vaters in Santa Cruz steuern
sollte. Na ja, was sollte ich machen? Also steuerte ich den Wagen zuerst zum
Supermarkt, wo wir uns mit den wichtigsten Lebensmitteln und Getränken
eindecken konnten. Die Mädchen, 19 und 14 Jahre alt, konnten endlich die
Erweiterung ihrer SIM-Karten mit Zugang zum Internet kaufen. Dann ging es zu
einem sehr bekannten Restaurant, wohin uns Helens Mutter zum Essen eingeladen
hatte. Wir trafen dort auch Tatiana, die zwei Jahre nach Helen bei uns in
Schifferstadt für drei Monate zu Gast war. Es gab eine bolivianische
Spezialität, Churizzo genannt, mit viel Fleisch (Schwein, Rind, verschiedene
Würste, Euter, Nieren, Herz etc.). Frau Mauriel, von Helens Vater schon seit
vielen Jahren geschieden, gab sich mit der spanischen Sprache viel Mühe und wir
konnten etliches ohne Übersetzungshilfen verstehen. Das Ende war dann sehr
spannend. Die Mutter ließ ihre Töchter mitbezahlen und ich habe mir gedacht,
wie großzügig doch meine Schwiegermutter ist. Sie hätte das wohl nie gemacht,
aber gut, jedem wie es ihm gefällt. Später hat man uns dann erzählt, dass sie für ihre Kinder und Enkelkinder auch keine Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten gibt.
Nach dem Essen ging es dann ab in ein hochmodernes und auch entsprechend teures
Shoppingcenter. Die Preise sorgen wohl dafür, dass der Andrang sich in Grenzen
hält. Nach dem Besuch begann dann die praktische "Führerscheinprüfung" für meinen
bolivianischen Führerschein!
Waltraud machte in ihrem Handynavi die entsprechend übermittelten Eintragungen und die Fahrt in dichtem Verkehr, über viele Kreuzungen mit Ampeln oder Kreiseln, ging los. Mir wurde schon warm, weil der Verkehr doch etwas anders als bei uns abläuft, aber alles ging gut. Gelegentlich wurde einem die Vorfahrt genommen und andererseits habe ich mich mit dem Wagen in so manche Lücke gezwängt, die mir nicht zustand und gelegentlich war die Ampel auch schon auf Rot, als wir passierten.. Die Fahrt dauerte und irgendwann, die Nerven begannen schon blank zu liegen, hielten wir irgendwo an der Straßenseite an. Ich bat Helen, einen Taxifahrer nach der Adresse zu fragen und mit diesem vor uns herzufahren, weil sie sich nicht mehr auskannte und nicht zu dem Haus ihres Vaters fand und die angebliche Adresse mit dem Navi nicht zu finden war. Der befragte Taxifahrer fuhr los und ich hinter ihm her, mit mehr oder weniger kurzem oder längerem Abstand und manch eine rote Ampel musste dran glauben!! Ehrlich, so eine Fahrerei hätte ich mir nicht zugetraut, aber nach einer langen Fahrt (wir waren vorher tatsächlich in einer völlig falschen Gegend!), kamen wir trotzdem noch am Ausgangspunkt an. Mit einem dankbaren Seufzer stellte ich den Wagen vor dem Haus ab.
Wer gedacht hat, das wäre es für den Tag gewesen, der hat sich tatsächlich getäuscht. Helen vermisste dann den Waltraud gegebenen Haustürschlüssel. Das ganze Auto wurde untersucht, die Taschen der beiden Frauen, nichts fand sich. Dann wurde gezielt überlegt und Waltraud meinte, sie könne ihn vielleicht vor dem Supermarkt beim Aussteigen verloren haben. Also sind Helen und Waltraud mit dem Taxi zum Supermarkt gefahren, haben nach den Schlüsseln gefragt und ..... die dritte befragte Mitarbeiterin zeigte zwei Schlüssel und fragte, ob das die gesuchten Schlüssel seien. Na, da war der Jubel dann doch groß. Wir gingen zu Bett und Waltraud konnte das einzelne Bett im Schlafzimmer unten benutzen, dort war es wegen der Klimaanlage deutlich kühler. Ich blieb oben und hatte das große Bett für mich. Wir waren schon kurz vorm Einschlafen, als Helen nochmals mit Marcello vorbei kam und ein großes Gebläse brachte. Sie sagte, dass sie ein Taxi rufen wird und zur Mama und den beiden Töchtern zurückfahren wird.
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| Viel Fleisch prägt die bolivianische Küche |
Waltraud machte in ihrem Handynavi die entsprechend übermittelten Eintragungen und die Fahrt in dichtem Verkehr, über viele Kreuzungen mit Ampeln oder Kreiseln, ging los. Mir wurde schon warm, weil der Verkehr doch etwas anders als bei uns abläuft, aber alles ging gut. Gelegentlich wurde einem die Vorfahrt genommen und andererseits habe ich mich mit dem Wagen in so manche Lücke gezwängt, die mir nicht zustand und gelegentlich war die Ampel auch schon auf Rot, als wir passierten.. Die Fahrt dauerte und irgendwann, die Nerven begannen schon blank zu liegen, hielten wir irgendwo an der Straßenseite an. Ich bat Helen, einen Taxifahrer nach der Adresse zu fragen und mit diesem vor uns herzufahren, weil sie sich nicht mehr auskannte und nicht zu dem Haus ihres Vaters fand und die angebliche Adresse mit dem Navi nicht zu finden war. Der befragte Taxifahrer fuhr los und ich hinter ihm her, mit mehr oder weniger kurzem oder längerem Abstand und manch eine rote Ampel musste dran glauben!! Ehrlich, so eine Fahrerei hätte ich mir nicht zugetraut, aber nach einer langen Fahrt (wir waren vorher tatsächlich in einer völlig falschen Gegend!), kamen wir trotzdem noch am Ausgangspunkt an. Mit einem dankbaren Seufzer stellte ich den Wagen vor dem Haus ab.
Wer gedacht hat, das wäre es für den Tag gewesen, der hat sich tatsächlich getäuscht. Helen vermisste dann den Waltraud gegebenen Haustürschlüssel. Das ganze Auto wurde untersucht, die Taschen der beiden Frauen, nichts fand sich. Dann wurde gezielt überlegt und Waltraud meinte, sie könne ihn vielleicht vor dem Supermarkt beim Aussteigen verloren haben. Also sind Helen und Waltraud mit dem Taxi zum Supermarkt gefahren, haben nach den Schlüsseln gefragt und ..... die dritte befragte Mitarbeiterin zeigte zwei Schlüssel und fragte, ob das die gesuchten Schlüssel seien. Na, da war der Jubel dann doch groß. Wir gingen zu Bett und Waltraud konnte das einzelne Bett im Schlafzimmer unten benutzen, dort war es wegen der Klimaanlage deutlich kühler. Ich blieb oben und hatte das große Bett für mich. Wir waren schon kurz vorm Einschlafen, als Helen nochmals mit Marcello vorbei kam und ein großes Gebläse brachte. Sie sagte, dass sie ein Taxi rufen wird und zur Mama und den beiden Töchtern zurückfahren wird.


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