Dienstag, 1. Dezember 2015

Delhi und am Nachmittag Fahrt nach Raikhara/Rajasthan

12.11.
Patricks Flug mit Finnair hatte mehrere Stunden Verspätung. Suraj war informiert und holte dann auch ihn am Indira Ghandi Flughafen ab.
Wir erledigten dann die angesprochenen Einkäufe und besorgten uns an einem ATM das notwendige indische Geld, was wir ja verschenken wollten. Ohne Mittagessen ging es dann mit dem größeren Toyota Innova Richtung Rajasthan nach Raikhara, dem Dorf von Amar Singh Yadav, wo der erste Abend der Hochzeit stattfand. Das Dorf hat knapp 500 Einwohner, ist sehr verwinkelt , mit vielen kleinen Höfen, die häufig nur aus einem oder zwei Zimmern bestehen und einer Toilette der Marke "Indian Style", die meist nicht den Namen verdient.
Der Zustand der Straßen ist katastrophal, aber alle fahren mit ihren Autos, Motorrädern und sogar LKW bis in den letzten Winkel. Das Wort Sauberkeit gilt nicht für die Straßen. Plastikflaschen, Verpackungen, Papier und sonstiger Abfall, herumstreunende Hunde, abgestellte Maschinen, Autos und Motorräder und vor den Toren und kleinen Lädchen sitzende Männer prägen das Bild selbst der kleinsten Dörfer.
In solch einem Dorf fand der erste Teil der Hochzeit statt. Wir wurden herzlich begrüßt und mussten viele Hände schütteln. Viele Leute kannte ich schon. Die Frauen blieben meist im Innern des Hauses, die Köpfe  mit einem Tuch verhüllt. Aber Kalla, Neelam und Poolam waren mir schon bekannt und so war kein Schleier notwendig. Auf ein unsichtbares Zeichen hin setzten sich viele Männer aus der Familie der Bräute im Halbkreis vor den Priester, der eine erste Zeremonie durchführte, an der vor allem Männer der Familie der Mädchen teilnahmen. Geldscheine wurden hin und hergereicht, wir konnten nicht alles erfragen, weil nur wenige Englisch sprachen und Amar Singh in das ganze Geschehen intensiv eingebunden war. Mit der Zeit wurden auch die Frauen lockerer und ich konnte die ersten Bilder dieses farbenfrohen Treffens machen. Frauen und Männer blieben aber weiterhin strikt getrennt.






Am Abend gab es dann ein leckeres Essen für hunderte von Gästen. Die Männer verzogen sich an die Tische, die auf den flachen Dächern aufgestellt waren und sprachen dem Whiskey zu. Viele waren schon lustig nach kurzer Zeit und total besoffen im Verlauf des weiteren Abends. Tische und Sitze gab es nur auf dem Dach des Hauses, unten im Hof konnte man mit Glück einen der wenigen Plastikstühle ergattern oder sich einfach auf den mit Tüchern ausgelegten Boden setzen, was von Seiten der Dorfbevölkerung wohl bevorzugt wurde.

Hier einige Bilder:




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Das ist Gulab Jamun, eine traditionelle indische Süßspeise.  Es handelt sich dabei um frittierte Teigbällchen in aromatisiertem Zuckersirup. Hauptbestandteil des Teiges ist Khoa oder Khoya (eingekochte cremige Milch). Ersatzweise wird oft Milchpulver oder Hüttenkäse verwendet.
In indischen Lebensmittelgeschäften sind die Teigbällchen manchmal als Fertigprodukt erhältlich. Ähnlich, aber teilweise aus anderen Zutaten hergestellt, sind Rasgulla (statt Khoa wird Panir verwendet) und Ras Malai. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gulab_Jamun). Sie schmecken lecker, aber man kann wirklich nicht viele davon essen.

Waltraud, die Frau von Satish Yadav und ihr Sohn, der in Alwar unterrichtet.

Die Söhne von Satish Yadav mit ihren Frauen


Wer sie sind? Keine Ahnung. Sie wollten, dass man ein Bild mit mir macht.

Die weißen Bällchen werden Rasgulla genannt. Sie werden mit einem einfachen indischen Frischkäse mit krümeliger bis schnittfester Konsistenz. Er ähnelt gepresstem Ricotta-Käse, ist allerdings etwas trockener und nicht gesalzen.

 Zwischenzeitlich war ein großer LKW mit der Mitgift der Brauteltern gekommen, Geschenke für den jeweiligen Bräutigam. Darunter war je in zweifacher Ausführung ein großes Bett, eine Waschmaschine, ein AC, Sofa und Sessel, Motorrad und vieles mehr. Das wurde später ausgeladen und der LKW musste einem Lautsprecherwagen Platz machen. Von dort kam dann eine infernalisch laute moderne Hindi- und Punjabymusik, wie man sie von den Bollywoodfilmen her kennt. Und whiskytrunkene Männer tanzten bis morgens um 3 Uhr, wahrscheinlich zur großen Freude der restlichen Dorfbevölkerung. 

Wir fuhren gegen 22:30 in unsere Unterkunft. Es war das Haus von Amar Singhs Cousin Suraj, der in Delhi wohnt und arbeitet, aber im Dorf Kabirpur noch ein schönes neues Haus besitzt.  Es verfügt sogar über ein eigenes Badezimmer mit einer Toilette europäischer Art.

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