Am Ende waren wir doch noch froh über den „Gewinn“ eines zusätzlichen Tages. Endlich konnten wir mal wieder den Tag ohne Termin beginnen, auch wenn das Buffet schon abgebaut war und stattdessen nur Teller mit warmem Essen gereicht wurden (Frühstück gab es von 7 bis 9 Uhr). Wir haben uns dann um 09.30 Uhr gemütlich auf den Weg zur Residenz des ehemaligen deutschen Gouverneurs gemacht, die wir täglich von unserem Hotelfenster gesehen haben. Durch kleine Straßen, aber alle unheimlich sauber gefegt, ging es dann zu dem Prunkbau auf dem Hügel unterhalb des Signal Hills. Schon so früh am Morgen waren zahlreiche chinesische Touristengruppen unterwegs, wahrscheinlich auch deshalb, weil der frühere Parteichef Mao Tse Tung hier mal gewohnt hat. So wie bei uns die Betten von Königen und Herzögen zu bewundern sind, so war es hier der Raum mit dem Bett von Mao – alla dann!! Das Gebäude befindet sich wie damals in einem sehr guten Zustand und auch noch viel der damaligen Originaleinrichtung ist noch vorhanden. Erstaunlich ist, wieviele chinesische Besuchergruppen in der kurzen Zeit an diesem Ort waren. Sie blieben allerdings nicht lange zur Besichtigung, sondern wurden relativ zügig durchgeschleust. Gerne hätte ich mal gewusst, was die Führer denen alles so erzählen.
In einem kleinen Café in der Nähe der Uni haben wir dann noch einen Kaffee getrunken, danach hat Jialing Yan uns in ein kleines Restaurant geführt, in dem es für wenig Geld ein wunderbares Essen gab. Unter uns gesagt: das beste Essen war nicht das in den 4 oder 5* Hotels und Restaurants, sondern das in den kleinen Restaurant, wo Herr und Frau Jedermann hingeht.
Mit dem Taxi ging es dann zu einem piekfeinen Geschäft, in dem wirklich teuere Produkte zu uns sehr bekannten Preisen angeboten werden. Unglaublich, was es hier alles zu welchen Preisen zu kaufen gibt. Meine Nikkon D5000 kostet hier mehr als in Deutschland bei Media-Markt. Nun ja, wir wollten ja nichts kaufen, schlenderten herum, betrachteten uns alles und fuhren nach einigen Stunden wieder mit einem Taxi zurück. Eine Fahrt innerhalb einer 3,5 km langen Strecke kostet umgerechnet 1 Euro, jeder Kilometer mehr 0,2 Euro. Die teuerste Fahrt hat gerade mal 2,2 Euro gekostet. Die Taxis sind mehr oder weniger alle VW Santana, die heute noch in der Volksrepublik China gebaut werden.
Gegen Abend sind wir mit Jialing Yan und ihrem Mann noch durch eine Einkaufsstraße gebummelt, die genauso in Europa, Japan oder Nordamerika hätte sein können. Ein letztes tolles Essen einfacher Art gab es noch, dann ging auch dieser herrliche Tag völlig entspannt zu Ende.
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