Donnerstag, 31. Januar 2019

Indien - Reise Nr. 11

Nein, diese Reise war nicht vorgesehen. Amar Singh, unser bester indischer Freund, war im Sommer zwei Wochen bei uns. Als er wieder nach Delhi zurückkam, ist seine Frau Kalla bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ich kannte sie von mehreren Besuchen. Sie war eine stille, religiöse und warmherzige Frau, die niemals die Idee hatte, Amar Singh auf seinen Reisen nach Europa oder Afrika oder ... zu begleiten. Der Besuch im Tempel war ihr wichtiger und sie kümmerte sich voller Hingabe um die Enkeltochter Muskan, die bei ihnen wohnte und in Delhi auf die Schule ging. So wurde sie dann eingeäschert, viele Menschen kamen, um Amar Singh und der Familie das Beileid auszusprechen. Dem Sohn Virender, auf dessen Hochzeit wir 2016 waren, oblag es, die Asche in den Ganges zu streuen und den Tod von Kalla von den Priestern in den Büchern eintragen zu lassen.

Was sagt man einem guten Freund? Ich habe in solchen Dingen wenig bis keine Erfahrung, das steht uns allen noch bevor. Nach einigen Wochen beschloss ich dann, zu Amar Singh zu fliegen. Das Leben geht weiter. Hochzeiten in der Familie standen an, Verwandte sollten besucht werden und ich durfte mitfahren und lernte so einen weiteren Teil der Familie Yadav kennen. Alle haben mich sehr freundlich empfangen, es war keine Reserviertheit zu merken. Alle waren mächtig stolz und froh, dass ich nach Indien zu Amar geflogen bin, "to share his pain", wie sein Cousin in Delhi mir sagte. Er ist der Leiter des Dr. Ambedkar National Memorials, das im April 2018 von Premierminister Modi eingeweiht wurde. Dr. Ambedkar ist der Verfasser der indischen Verfassung. Das Museum ist sehr modern und ich kann einen Besuch nur wärmstens empfehlen.



Im Oktober habe ich auf ARTE einen Film über die Beteiligung indischer Soldaten während des Ersten Weltkrieges in Frankreich gesehen. Einer der Generäle war der Maharadscha von Kanota, der alle Ereignisse in Tagebüchern festgehalten hat. Diese Tagebücher werden im Schloss/Fort von Kanota aufbewahrt und Amar und ich haben diesen Ort besucht und konnten sogar mit dem jetzigen Maharadscha sprechen sowie mit seinem Sohn. Der Ort hat mich wegen seiner Sauberkeit und der Thematik sehr beeindruckt. Kanota liegt nicht allzu weit weg von Amber Fort/Jaipur. Warum ich das erwähne?






Ich habe dort im KK Royal Hotel meine französische Brieffreundin Yveline getroffen, die ich vor 45 Jahren zum letzten mal gesehen habe. Sie war zufällig zur gleichen Zeit wie ich in Rajasthan und wir haben bei ihr im Hotel ein Treffen vereinbart. Alles hat wunderbar geklappt und wir haben uns natürlich sofort wieder erkannt.



Auf insgesamt drei Hochzeiten waren Amar Singh und ich in diesen 12 Tagen anwesend. Alle haben sich mächtig gefreut. Unvorstellbar für uns, dass dort 3000 Essen für die Dauer von 2 - 3 Tagen vorbereitet werden. Und zwischendurch haben wir die Verwandtschaft besucht, wurden mit köstlichem Essen verpflegt und haben überall phantastischen Masala-Jai (indscher Gewürztee) getrunken.

Amar Singhs Tochter und Muskan, die Enkeltochter. Aber wo gehört der Kleine hin?


Auf einer Wahlveranstaltung in Tijara

Mit Amar Singhs Schwester in Tijara


Teil der Hochzeit. Offizielle Übergabe von Geschenken



Schwägerin und Schwiegertochter in Raikhera/Radjasthan 




Tag der offenen Tür in der Schule von Niti in Tijara

Maharadscha Amar Singh von Kanota

Mit Lillu in Amar Singhs Wohnung in Delhi


Auf dem Weg zurück nach Delhi sind wir in den längsten Stau gekommen, den ich je in Indien erlebt habe. Unglaublich viele Menschen waren in ihren Autos zurück in die Stadt, wahrscheinlich waren alle auch auf Hochzeiten gewesen.

Alles ging gut. Die nächste Reise (und dann wahrscheinlich die letzte) nach Indien findet in der Zeit vom 09.10. - 26.10.2019 statt. Wir werden mit unseren dänischen Freunden Mette und Morten nach Assam und Darjeeling fliegen, in ein anderes Indien. Die Flüge mit LH sind gebucht, 470 Euro pro Person im A380.




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