Sonntag, 21. Januar 2018

Indien - die 10. Reise

Freitag, 13.10.2017
Alles war bereit! Visa kam rechtzeitig, aber nach einigen Problemen mit dem Überweisen des Geldes. Gepackt war schnell, und mit dem Tiguan ging es dann nach Frankfurt ins Parkhaus. 2 Wochen für 80 Euro, das lohnt sich bei 3 Reisenden.
Gisela hatte einen fahrbaren Dienst wegen ihrer Behinderung bestellt, wir konnten mitfahren und kamen so schnell durch die Kontrollen und auch schnell an Bord der A380. Reihe 70 auf der linken Seite war o.k. Und nach 6,5 Stunden landeten wir schon nach einem entspannten Nachtflug und den Jet streams im Rücken in Delhi. Welch ein Chaos bei der Einreise! Es dauerte eine Ewigkeit, bis wir durch waren und dann mussten wir noch eine weitere Ewigkeit auf unser Gepäck warten, was aber Gott sei Dank irgendwann kam.

Samstag, 14.10.2017
Amar Singh erwartete uns mit einem Fahrer und um 2:30 Uhr waren wir im YWCA und konnten uns in unsere Betten legen. Für ein Frühstück im Hotel war es dann zu spät, also legten wir Frühstück und Mittagessen zusammen. Wir fuhren zu den Lodi Gärten. Die Lodi-Gärten sind eine etwa 360.000 m² große Parkanlage mit mehreren Mausoleen und anderen Bauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert.  Es ist eine gepflegte Gartenanlage, die von vielen Indern gerne für Spaziergänge und Picknicks genutzt wird. Auch wir bummelten herum und aßen im Restaurant eine Kleinigkeit. Dieses Restaurant ist absolut europäisch geprägt, vom Angebot, den fast ausschließlich nichtindischen Gästen bis zu den Preisen. Sie hatten ein indisches Gericht im Angebot. Nichts für uns!
Ein weiteres Ziel am ersten Tag war Agrasen ki Baoli, ein Stufenbrunnen aus dem 14. oder 15. Jhd., knapp 150 m westlich der iranischen Botschaft gelegen. Es freut uns, dass auch viele indische Touristen, darunter viele Schüler, sich für diese Bauwerke interessieren.

Das Abendessen gab es im Saravan Bhavan: Südindisch, Dhossas in verschiedenen Varianten, Fresh lime soda sweet, Lassi sweet etc. Alles war bestens. Das war unser gewohntes indisches Essen, wie wir es lieben. Hier essen wir immer, wenn wir in Delhi sind und es ist unverständlich, wie jemand hier mit einem Stern urteilen kann.



Um 23 Uhr waren Amar Singh und ich wieder am Flughafen und erwarteten Mette und Morten, die mit einem LH-Flug aus München nach Indien gelangten. Ihre Immigration war wohl schneller als unsere und mit dem Gepäck hat es auch besser geklappt. Eine A350 ist halt keine A380.

Sonntag, 15.10.2017
Das Frühstück im YWCA ist einfach, der Kaffee dünner Pulverkaffee, von dem man kaum Herzklopfen bekommt, aber das Masala Omlett ist gut. Nach dem Frühstück wurden die Koffer auf dem Auto verstaut und mit einem Kunststoffseil gut festgezurrt. Und schon waren wir auf dem Weg nach Agra. Wie hat sich das Reisen per Auto doch innerhalb der letzten 30 Jahren geändert. In Indien wurden zahlreiche breite Autobahnen und andere Fernstraßen gebaut, gleichzeitig ist aber auch die Zahl der zugelassenen Autos unheimlich angestiegen. Das ist in China nicht anders.
Am besuchten wir dann das Taj Mahal. Mein 7. Besuch dort, nur Amar Singh war wahrscheinlich öfter dort als ich, wenn ich unseren Bekannten- und Freundeskreis betrachte. Egal wie man es betrachtet: es stört mich einfach, dass arme wie wohlhabende Inder für den Eintritt einige Rupien bezahlen, während ausländische .Gäste mit 1000 Rupien dran sind. Unser Guide war aber sein Geld wert.




Montag, 16.10.2017
Nach dem Frühstück  ging es los Richtung Ranthambore NP. Es sollte ein interessanter Tag werden. Unterwegs gab nämlich der Toyota Innova von Amar Singh seinen Geist auf. In der Werkstatt konnte er nicht repariert werden. Amar mietete ein Taxi an, das uns nach Ranthambore brachte, wo schon in all dem Verkehr unser Guide mit einem Jeep wartete. Eine Wahnsinnsfahrt über steile und felsige Wege bergauf und bergab brachte uns in viele Winkel des Nationalparks. Wir sahen jede Menge Tiere, aber leider keinen Tiger. Im Hotel, dem Ranthambore Haveli Heritage, das wir schon vom letzten Besuch kannten, erfreuten wir uns an einem leckeren Abendessen. Amar traf dann auch irgendwann ein, verschwand aber wieder und überraschte uns am nächsten Morgen mit einem neuen Toyota Innova. Sein Cousin Surat kam in der Nacht mit dem neuen Wagen und fuhr mit Hilfe von zwei Ersatzbatterien den anderen Innova wieder nach Delhi zurück. Sie sind einfach Meister im Improvisieren!

Dienstag, 17.10.2017 und Mittwoch, 18.10.2017
Auch die zweite Jeepsafari war erfolglos, was die Sichtung von Tigern betraf. So machten wir uns auf den Weg nach Alwar. Unterwegs besuchten wir noch den Stufenbrunnen  Chand Baori in Abhaneri. Vor dem Besuch musste ich allerdings noch unter dem Gelächter der anderen meine Hose wechseln, sie war durch einen mächtig langen Riss nicht mehr zu gebrauchen.



Auch das Hotel Aravali Clarks Inn in Alwar hat sich mächtig positiv herausgeputzt. Vom Lärm des benachbarten Bahnhofs hat man nicht viel mitbekommen.
In Amar Singhs Heimatort trafen wir dann am 18.10. seine ganze Familie. So bekamen unsere Mitreisenden einen guten Einblick in das dörfliche Leben. Smartphone, Tablet, Internet etc. sind auch aus dem Leben in den Dörfern nicht mehr wegzudenken. Waltraud und Mette wurde von den jungen indischen Damen in Saris eingekleidet und machten eine gute Figur!



Unsere Zeit reichte nicht zum Besuch von allen Verwandten, aber wir wurden überall mit großer Gastfreundschaft begrüßt. Und Nurinda hat später dann noch den Kontakt via WhatsApp vertieft. Es geht überall voran, sehr positiv zu sehen!! Die Fahrt mit dem Auto nach Chandigarh dauerte dann doch noch länger als von Amar vorhergesagt.

Das Hotel K C Crossroad in Chandigar war in sehr schön und das Abendessen im Freien unweit des Hotels inmitten von ausschließlich indischen Gästen einmalig gut.  Über den Preis braucht man nichts zu sagen, unglaublich billig für unsere Verhältnisse, der Service überall hervorragend. Man musste nirgendwo lange warten. Und alle Speisen wurden frisch zubereitet - und keiner von uns ist krank geworden.

Donnerstag, 19.10.2017

"Sie besitzt den Status eines eigenen Unionsterritoriums und ist zugleich die Hauptstadt der beiden indischen Bundesstaaten Punjab und Haryana, an deren Grenze sie liegt. Die Planstadt Chandigarh wurde nach der Teilung Indiens nach Plänen des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier als neue Hauptstadt des indischen Teils des Punjab errichtet.
Nach der Volkszählung 2011 hat die Stadt Chandigarh rund 960.000 Einwohner, im gesamten Unionsterritorium leben knapp 1,05 Millionen Menschen. Zusammen mit den beiden Satellitenstädten Panchkula und Sahibzada Ajit Singh Nagar (ehemals Mohali) bildet Chandigarh einen Ballungsraum mit über 1,4 Millionen Einwohnern, die sogenannte „Chandigarh Tricity“. Hauptsprachen sind Hindi und Panjabi."
Soweit zu den Angaben über Chandigarh aus Wikipedia.

Was den Architekten Le Corbussier betrifft, so begnügten wir uns mit einer Fahrt durch die von ihm geplante Stadt. Außerhalb der Stadt besuchten wir die Yadavindra Gärten in Pinjore, eine aus dem 17. Jhd. stammende Gartenanlage im Stil der Moghul-Gärten.

Mit viel Mühe gelang es uns dann, unser Hotel in Amritsar zu finden. Obwohl Amar wusste, dass an diesen Tagen das Diwali-Fest begann und somit viele Besucher in die Stadt kommen, wurde das Hotel erst spät von Delhi aus gebucht. Es war kein Highlight, aber man konnte damit leben.

Die Stadt Amritsar war berstend voll mit Menschen, vor allem im Bereich des Goldenen Tempels. Bedingt durch das Diwali-Fest waren wesentlich mehr Menschen als sonst hier unterwegs. Wir mussten aufpassen, dass wir uns verloren und an einen Besuch des Heiligtums mit den Heiligen Büchern war überhaupt nicht zu denken. Es war sehr beeindruckend, aber Waltraud und Gisela wollten einfach nur noch raus aus dem Tempelbereich.



Im Stadtbereich hatte man den Eindruck, der nächste Krieg zwischen Indien und Pakistan wäre ausgebrochen, so laut waren die Knaller und  Raketen, die wegen des Diwalifestes abends gezündet wurden. Zu der Umgebung des Tempels muss gesagt werden: das hat man ganz toll gebaut, alles sehr sauber, die Tuktuks und Autos sind in die Randbereiche verbannt. Sehr schön geworden.

Amar war der irrigen Meinung, in einem der wenigen offenen Restaurants in der Nähe des Tempels noch Plätze für uns ergattern zu können - war nicht! Trotz einer beachtenswerten Tour im Tuktuk mit 8 Fahrgästen, unterwegs haben wir noch zwei französische Besucherinnen aufgegabelt, die ebenfalls irgendwo etwas essen wollten, schien es so, als müssten wir hungrig ins Bett gehen. Wegen des Diwali-Festes waren die meisten Restaurants geschlossen - Familie geht zuweilen vor!
Amar fand mit einem anderen Tuktuk irgendwo in den Außenbereichen eine Garküche und brachte ein ganz leckeres Essen für uns mit. Diese Inder!!

Freitag, 20.10.2017

Nach dem Frühstück besuchten wir noch einmal den Goldenen Tempel, aber Waltraud und Gisela wollten sich nicht mehr in das Gedränge begeben.



Am frühen Nachmittag besichtigten wir das Gobindgarh Fort in Amritsar. Die alte Festung wurde schön restauriert, ist aber in seiner Nutzung eher ein Freizeitpark. Höhepunkt des Tages aber sollte der abendliche Besuch in Wagah Border sein. Das ist keine gewöhnliche Grenze. 
Amars Cousin besorgte uns beste Karten, aber alles hat nichts genutzt. Unglaublich viele Menschen wollten auf indischer Seite an diesem Spektakel, was wir wohl nicht so richtig verstehen können, teilnehmen. Auf der gegenüberliegenden pakistanischen Seite sind immer nur ein paar hundert Menschen, gegenüber tausenden auf der indischen Seite.
Kurz gesagt: wir mussten mehrere Kontrollen über uns ergehen lassen, standen stundenlang an, aber wir kamen nicht zu unseren Plätzen, gesehen haben wir auch nicht viel und nach dem Ende der Aktion strebten Tausende von Besuchern wieder nach Amritsar zurück. Schaut euch das Video an, es sagt mehr als alle Worte:
(https://www.youtube.com/watch?v=wre49nxUaNk).

In einem tollen Restaurant unweit der Straße gab es dann ein ganz leckeres Abendessen, womit der chaotische Tag ein glückliches Ende fand.

Samstag, 21.10.2017

Es sollte der Tag mit der längsten Autofahrt werden. Knapp 400 km misst die Strecke von Amritsar nach Dehra Dun. Ich hatte ja das Flugzeug für den Abstecher nach Amritsar vorgeschlagen, aber Amar meinte, auf den neuen Straßen wäre das kein Problem. Es blieb keine Zeit, irgendwo noch etwas zu besichtigen, Kilometer mussten abgespult werden und Amar wurde ganz schön müde. Er hat auch einen kleinen Auffahrunfall (fast) verursacht und dem anderen vorgeworfen, er wäre zu dicht vor ihm hergefahren. Ja ja, so war das. Aber wir sind endlich dann doch gut in unserem Hotel Aketa angekommen. Ein gutes Hotel, wir waren fast immer seit 1985 in diesem Hotel untergekommen.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob wir an diesem Abend noch den Basar besucht haben oder am nächsten Morgen. Einfach verrückt, so ein Basar. Man hat kaum Platz zu gehen, und dann fahren die mit Motorrädern oder -rollern unter permanentem Hupen zwischen den Leuten durch, grazy!!



Sonntag, 22.10.2017

Dehra Dun, seit einigen Jahren Haupstadt des indischen Bundesstaates Uttarachand, war immer schon eine wichtige Stadt im Vorbereich des Himalaya. Hier befindet sich auch das Forest Research Institute. Das angeschlossene Museum kann man besuchen. Es ist eigentlich ein Museum im Museum, so antiquiert sind die Vitrinen, die Ausstellungsstücke, schlicht und einfach alles. Aber das Museum gib einen guten Überblick über Flora und Fauna im Himalayavorland.



Nachmittags besuchten wir die große Stupa in Clement Town. Viele Tibeter haben in der Umgebung nach ihrer Flucht eine neue Heimat gefunden. Zahlreiche indische Touristen besuchten die Stupa und das Kloster. Und wir amüsierten uns köstlich.





Am Abend waren wir bei Neelam Sharma eingeladen. Leider war ihr Mann auf Dienstreise, aber wir hatten eine Menge Spaß und Mette beteiligte sich aktiv an den Kochaktivitäten. Sie hat uns viel über ihre Schule erzählt.




Montag, 23.10.2017

Bevor wir zur Vivekananda-Schule kamen, suchten wir zuerst noch einen Friedhof. Im II. WK gab es in Dehra Dun ein Internierungslager für deutsche Staatsbürger. Ca. 2500 Menschen waren hier untergebracht. Nach etlichem Hin und Her gelangten wir zu dem Friedhof, wo gerade jemand beschäftigt war, das wuchernde Grünzeug auf ungewöhnliche Weise abzuschlagen. Er konnte sich nicht an deutsche Gräber erinnern. Eigentlich ist es eine Schande, wie dieser Platz ausschaut, vergleicht man es z. B. mit den Soldatenfriedhöfen der Engländer und Kanadier in Frankreich.




Es war dann nicht mehr weit zur Vivekananda-Schule, wo wir schon von Mr. Singh, dem neuen Schulleiter, erwartet wurden. Er zeigte uns zusammen mit seiner Konrektorin die Schule und wir waren sehr froh zu sehen, dass auch nach dem Tod von Dr. Sharma die Schule sehr gut funktioniert. 1983 kam ich erstmals nach Jogiwala, wo sich die Schule befindet.







Am frühen Abend kamen wir dann laut Plan nach Haridwar und konnten an der Aarti-Zeremonie am Har-Ki-Pauri teilnehmen. Amar dirigierte uns zu einem guten Platz, von wo wir alles sehen konnten.






Dienstag, 24.10.2017

Rishikesh liegt nur wenige Kilometer von Haridwar entfernt, aber die Straßen sind eng und verstopft und so dauert es einige Zeit, bis man dorthin kommt. Ich hatte für uns einen Kochkurs (www.cookingmasala.com) gebucht, auf den ich im Internet aufmerksam wurde. Das war sehr unterhaltsam, hat uns viel Spaß gemacht und Masala-Jai und Essen haben hervorragend geschmeckt.








Ansonsten ist Rishikesh ein von europäischen und nordamerikanischen Leuten überlaufener Ort, der durch seine Ashrams bekannt ist. Wenn ich schon Reklameschilder lese wie "German Bakery" oder "German Pumpernickel", da kann man davon halten was man will.  Sehr befremdlich auch, wenn die ausländischen Leute (meist Frauen), den Gurus während der Zeremonien am Ganges an den Lippen hängen und einen besonderen Glanz in den Augen haben. Oh Herr lass nach!!
Der Ganges ist hier an seinem Oberlauf noch sauber, trotzdem wollte keiner von uns sich untertauchen lassen.


Mittwoch, 25.10.2017

Die Fahrt von Haridwar nach New Delhi ist nicht mehr so beschwerlich wie früher. Das Essen im Midway (neues Gebäude an der neuen Straße) ist immer noch so gut wie früher.
am Stadtrand von New Delhi liegt der  neue und riesig große Tempelkomplex von Akshardham. Leider durfte man dort keine Bilder machen und auch keine Smartphones mitnehmen, wie Mette leidvoll erfahren musste.

Donnerstag und Freitag, 26. und 27.10.2017

Die beiden letzten Tage standen unter dem Zeichen des Gottes "Shopping". Und Amar war uns in den Märkten, besonders in Dilli Hat, wieder eine große Hilfe. Touristisch standen noch Qutb Minar und , Humayuns Mausoleum auf dem Plan, dann waren unsere Interessen erschöpft.

















Alles lief gut mit dem Heimflug mit LH 761 und dem A380. Klasse Flugzeug. !!

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