Dienstag, 6. Januar 2015

2014 - der Rest

Pension/Vorruhestand: es ist schon eine schöne Zeit, die wir jetzt nach diesen hektischen Jahren genießen können und dürfen und uns ja alle noch relativ guter Gesundheit erfreuen können. Waltraud hat jetzt fast ein Jahr Freiheit hinter sich und es gefällt ihr ganz gut. Wir leben ein relativ einfaches und genügsames Leben und sparen für die Reisen, die bei weitem nicht so teuer sind, wie man manchmal glauben könnte. Wir können ja jetzt Gott sei Dank auf Zeiten zurückgreifen, wo nicht so viele europäische Touristen unterwegs sind.
Das Haus haben wir ja verkaufen können und danach haben wir uns in die Renovierung unserer neuen Wohnung gestürzt, aber außer Tapeten abreißen konnten wir ja nicht tun und das war bei 120 qm einschließlich der Decken eine Mordsarbeit. Esther hat uns dabei geholfen, vor allem bei den Arbeiten überm Kopf, also Tapeten an den Decken entfernen. Danach waren die Handwerker dran und haben neue Fenster gesetzt, ein neues modernes Bad und ein Gäste-WC eingebaut, den Parkettboden abgeschliffen, neue Türen eingebaut und die ganze Wohnung wurde verputzt und gestrichen. Tapete haben wir nur noch an der Kopfseite im Schlafzimmer. die Wohnung in der Rheinhäuser Str. 86c ist komplett neu. In dem Haus gibt es 36 Wohnungen, die meisten davon werden von den Eigentümern selbst bewohnt, es ist sehr ruhig und die Nachbarschaft nett. Wir können ganz einfach den Schlüssel abziehen und abhauen. Eine Treppe runter wohnt Gisela, eine Kollegin von Waltraud in Schifferstadt. Wir helfen einander und es ist gut, dass man sich aufeinander verlassen kann. Michael hat uns ganz viel geholfen und kam immer dann, wenn Not am Mann war (was ja öfter vorkam). 

Wir haben ja ein sehr abwechslungsreiches Jahr hinter uns. Wir haben den Umzug gut hinter uns gebracht und ich kann ehrlich sagen, dass ich niemals mehr geschleppt habe als in diesem Jahr, weil ich das meiste ja selbst getragen habe und unser Haus war sehr groß mit Kellerwohnung und insgesamt neun Zimmer einschließlich Dachboden und unsere Kinder hatten freundlicher weise alles vollgestopft hinterlassen. Es waren lange Wege, alles von oben nach unten zu tragen, dann in den Anhänger deponieren und zur neuen Wohnung fahren, den Anhänger in die Garage bringen und dann Stück für Stück alles nach oben in die neue Wohnung (Zwischenlagerung auf den beiden Balkons) oder in den Keller (und später dann nach oben). Vieles habe ich auf die Deponie gefahren oder per Anhänger zu Rebecca. Tobias hat mir genauso wie Michael bei etlichen unhandlichen und schweren Brocken geholfen. Zum Glück hat bei uns allen der Rücken gehalten. 

Wir sind dann so peu à peu umgezogen, haben das Haus dann laut Vertrag am 26.06. an die neuen Besitzer übergeben und sind drei Tage später nach Norden gefahren. Wir waren zwei Tage bei Rebecca, ihrem Tobias und dem kleinen Emil und danach haben Waltraud und ich uns bei tollem schwedischen Sommerwetter nur erholt. Erstmals in 27 Jahren hatte ich kein Sommerprojekt, habe nur gelesen und Pfifferlinge gesucht (16 kg habe ich gesammelt) und später dann Heidelbeeren gepflückt, Marmelade eingekocht und Saft dazu noch. 24 Liter habe ich gepflückt, jeden Tag ungefähr zwei Liter. Leider konnte Emil mit seiner Mama nicht kommen, was das Ganze etwas getrübt hat, aber nach den Ferien waren wir noch einige Tage bei ihnen in Itzehoe. Itzehoe liegt genau auf halbem Weg zwischen beiden Häusern/Wohnungen. 

Den Kauf der neuen Küche haben wir auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben. Die Küche haben wir als alte Fans bei IKEA gekauft, auch alle elektrischen Geräte. Man kann sehr gut bei IKEA eine Küche in 3D planen, bespricht man alles mit den Experten und dann holt man seine Waren ab. Wir haben ja nur 20 km zu IKEA in Walldorf. Alles zusammen waren es 3 Kubikmeter mit 137 Paketen. Wir haben alles in das Auto und in den Anhänger gepackt und dann alles nach und nach in die Wohnung gebracht. 
Drei Wochen habe ich gebraucht, bis ich mit Waltraud die vielen vielen Einzelteile zusammengebaut hatte. Es war viel viel Arbeit, aber wir haben es gut hinbekommen und viel Geld gespart. Jeden Tag haben wir dann Schränke aufgebaut und die Pakete aus dem Keller und der Garage nach oben gebracht, ausgepackt, aussortiert, weggeworfen oder gespendet (Kirche, Rotes Kreuz, Sozialkaufhaus etc). Die Spüle zur Küche gab es leider in ganz Deutschland nicht. Esther hat sie nach ihrem Aufenthalt in Schweden auf dem Rückweg in Dänemark gekauft und wir haben sie später bei ihr in Köln abgeholt. 

Anfang September haben wir Besuch von John und Laura aus Minneapolis bekommen. Sie waren einige Tage bei uns (zu wenige!) und sind dann mit einem Leihwagen nach Bayern gefahren. Trotzdem haben wir eine schöne Zeit zusammen gehabt, auch wenn der Besuch viel zu kurz war. Vielleicht können wir das nachholen und dann werden wir ernsthaft ihr Programm mitgestalten. 

Kaffeetreffen bei Schumachers in Sondernheim


Laura und Waltraud wählen den Wein aus!

Stadterkundung Speyer - hier bei Sealife


Bayern ist schließlich nicht Deutschland. 

Anschließend sind Waltraud und ich Richtung Balkan gefahren. Wir haben nach einem kurzen Aufenthalt bei Petra in Kiefersfelden in Wien Schloss Schönbrunn besucht und sind dann nach Bratislava in der Slowakei gefahren. Dort haben wir bei IKEA noch die benötigten Schranktüren für die oberen Schränke gekauft, die in Deutschland in keinem IKEA Geschäft vorrätig waren: Modern Europe: Swedish Design, Made in Portugal, gekauft in der Slowakei, durch Ungarn, Rumänien und Österreich transportiert und in Deutschland eingebaut. Und alles hat wunderbar gepasst. 

Wir waren 8 Tage bei Freunden in Ungarn, die wir von vielen Besuchen mit Schülern in Schifferstadt und in Ungarn her kennen. Magdi hat uns in Esztergom erwartet und wir haben mit ihr die Gegend erkundet. Die Donau ist zwar nicht blau, aber doch mächtig groß. Wir waren erstaunt, dass nicht mehr Schiffsverkehr auf der Donau ist. Mit Magdi sind wir dann nach Szeged gefahren, haben aber vorher noch in Gödölö das Schloss von Kaiserin Elisabeth (Sissi) besucht. Entgegen meinen Erwartungen war es doch recht informativ. In Szeged waren wir bei Ildiko eingeladen und haben von hier aus die Gegend erkundet und waren sogar in Morahalom im Spabad. Wir haben den Altersdurchschnitt etwas verjüngt. Ildikos Schwester Susi hat uns noch einen Tag begleitet und wir haben ein herrliches Restaurant an der Theiß besucht und eine phantastische Fischsuppe gegessen. 





Anschließend  sind wir noch zwei Tage nach Rumänien ins Banat gefahren. Wir wollten eigentlich Herrn Reingruber, einen ehemaligen Kollegen von mir, mittlerweile schon etliche Jahre in Pension, dort treffen, aber seine Frau hatte gesundheitlich Probleme und so sind sie nicht zur Verwandtschaft nach Temesvar gefahren.  Nach dem Besuch dort hatte Waltraud keine Lust mehr auf Serbien und Kroatien und wir sind zurückgefahren. Dabei haben wir noch Waltrauds Kusine Petra in Kiefersfelden besucht, den mitgenommenen Haustürschlüssel ordnungsgemäß wieder abgegeben und sind nach Speyer gefahren. Daheim haben wir dann den Rest der Küche eingebaut. Nun ist alles fertig. (Im Januar wird noch ein schmaler Schrank für das Wohnzimmer geliefert, dann ist alles fertig.)

Im November waren wir noch 9 Tage auf Zypern, konnten im schönen warmen Mittelmeer schwimmen und haben auch Partner unserer ehemaligen Schulprojekte getroffen.  Wir haben es ganz gemütlich angehen lassen, wollten noch hier und dahin fahren, aber als es am Strand noch so schön war und das Wasser so wunderbar, haben wir einfach Badeurlaub gemacht. Zypern Anfang November ist absolut zu empfehlen.

Limassol

Relaxen an Aphrodit's Beach

So ging das Jahr langsam zu Ende und wir sind dann vor Weihnachten zu Rebecca gefahren. Esther war auch dort. Wir haben Heiligabend alle zusammen dort verbracht und der kleine Emil hat erstmals seine vielen Geschenke ausgepackt, er versteht das ja noch nicht richtig. Ich hatte ihm vorher schon einen schönen großen Trettraktor gekauft, den er heiß und innig liebt, er reicht mit seinen Füßen allerdings noch nicht auf die Pedale, ich konnte es aber nicht abwarten.

Waltraud und ich sind dann am ersten Weihnachtstag nach Schweden gefahren. Im Haus waren es 2°C, draußen -8°C.  Das war schon sehr frisch und seitdem laufen hier alle vier Öfen. Und Holz haben wir noch genug! Ganz ehrlich: wir haben im Schlafzimmer zwischen 3 und 5 °C, das ist nicht mehr so lustig, aber es gehört wohl dazu.

Am 28. Dezember hatten wir unser jährliches Freundestreffen  in Schweden. Wir sind vier Paare (Eva und Leif, Marie und Gunnar, Agneta und Tomas), die sich schon viele Jahre von verschiedenen Comenius-Projekten und Schüleraustauschen her kennen. Wir waren in diesem Jahr die Gastgeber und hatten in Speyer extra gute Bratwürste, Saumagen und Leberknödel gekauft, dazu noch gutes Sauerkraut, des Pfälzer Leibgericht halt! Alles haben wir eingepackt und als wir bei Rebecca waren, haben wir alles eingefroren bzw. im Kühlschrank gelagert. Am 1. Weihnachtstag sind wir dann weggefahren und als wir bei Flensburg waren, das ist ca. 140 km von Itzehoe entfernt, hat Rebecca uns per WhatsApp mitgeteilt, dass wir alles Essen bei ihr vergessen hätten. Na toll, zurückfahren wollten wir auch nicht mehr. So gab es denn leckeres indisches Essen bei unserem Jahrestreffen. Es hat allen wunderbar geschmeckt.

Wir alle - und ich kopflos!

Jetzt werden wir das Essen genießen, wenn wir zurückfahren. Wie immer haben wir auch guten pfälzischen Wein mitgebracht, den unsere schwedischen Freunde gerne trinken. Sie bekommen ihn billiger und wir verdienen noch ein paar Euro dabei, so haben beide Seiten etwas davon.
So vergeht die Zeit. Und es gibt nicht mehr viel zu berichten. Wir sind jetzt im Jahr 2015 angekommen und ich werde hoffentlich mehr Zeit haben, meinen unwichtigen Blog zu pflegen. So long!!

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