Montag, 19. Dezember 2011

2011 - schon bald vorbei??

Ja ja, es ist mal wieder soweit. Wir packen das Auto und fahren wie üblich zu Weihnachten nach Schweden, diesmal einige Tage vor Heiligabend, weil es sich in diesem Jahr gut anbietet. Ich daEnke allen, die ab und zu mal einen Blick in meinen Blog werfen bzw. diesen regelmäßig lesen, wobei ich bekenne, dass ich in diesem Jahr nicht so viel geschrieben habe wie in den Jahren zuvor. Einige meiner Freunde haben ja ihren jährlichen Brief mit den Ereignissen des Jahres geschickt und gelegentlich war auch jemand stolz auf die Pflege dieser Tradition - ich freue mich über alle Rückmeldungen, aber in diesem Jahr bevorzuge ich den elektronischen Weg über meinen Blog. Viel Spaß beim Lesen!!

Eigentlich war ja das Jahr 2010 mit unserer Reise nach St. Helena ein wirklicher Höhepunkt in meinem Leben zusammen mit einem kleinen Geburtstagsfest auf dem Weingut Garth in Edesheim im August. Aber im Rückblick auf knapp 12 Monate kann ich sagen, dass das Jahr 2011 dem vorherigen durchaus das Wasser reichen kann. Niemand hat mir die Freundschaft gekündigt, viele Freundschaften sind gefestigt aus dem Jahr hervorgegangen, und ich kann reinen Gewissens über genügend Höhepunkte berichten
.
Viel Schnee im Winter 2010/11 in Schweden

Das Jahr begann schon mit einem echten Highlight. Es war der 3. Januar, wir waren gerade mit dem Mittagessen fertig geworden, als am gegenüberliegenden Waldrand eine große Elchkuh über die Steine auf die schneebedeckte Wiese kletterte, nur wenige Schritte hinter ihr dann das Kalb, das schon eine beachtliche Größe erreicht hatte. Alle riefen durcheinander, jeder suchte seine Kamera. Meine lag im kühlen Hausflur und beschlug prompt, als ich damit in die Küche kam. Gott sei Dank hatte Rebecca ihre Nikon griffbereit und zusammen haben wir viele Bilder von den beiden Elchen gemacht. 22 Jahre haben wir darauf gewartet - es war einfach nur schön, den beiden Tieren zuzuschauen, wie sie über die Wiese schritten und dann hinter der Scheune verschwanden.

Mama Elch mit Kind

Wir genossen auf unterschiedliche Weise den kniehohen Schnee, entweder auf der selbst angelegten Strecke um das Haus herum mit den Langlaufskiern, mit dem schwedischen Tretschlitten oder auf längeren Wanderungen im näheren Umkreis.
Am Ende der Ferien sind Rebecca und Tobias wieder nach Kiel gefahren, wir haben Esther an ihre Folkhögsskola nach Bräkne-Hoby gebracht und sind dann nach Speyer zurück.

Ende Februar bin ich dann mit Toni in der neuen A 380 von Frankfurt nach Peking geflogen (den Flug für 430 Euro hatten wir bereits im Juni 2010 gebucht) und von dort ging es dann nach knapp zwei Stunden weiter nach Qingdao. Wer hätte das gedacht, dass ich innerhalb von 5 Jahren zum dritten Mal in die ehemalige deutsche Kolonie Tsingtau komme?? Nun, es ist doch gut, dass man überall Freunde hat. Wir wurden am Flughafen abgeholt und in das Gästehaus der Ocean University of Qingdao gebracht, wo man zwei schöne große Doppelzimmer für jeden von uns (sogar mit Internetanschluss) reserviert hatte. Es ist nicht möglich, an dieser Stelle über alles zu berichten, was uns in diesen knapp 8 Tagen an Freundschaftsdiensten geboten wurde. Alle chinesischen Lehrer, die jemals in Deutschland waren und die meisten waren ja bei uns einquartiert, sahen es als eine große Ehre an, Wagener und Toni, so die offizielle An- und Aussprache, zu beköstigen, ihnen die Stadt zu zeigen, sie zu begleiten. Herr Zhao Qiang, der ehemalige Leiter unserer Partnerschule, ist zwar in Pension, hat aber sofort nach dem Verlassen des Staatsdienstes die Leitung einer sehr exklusiven Privatschule eines erfolgreichen Unternehmers übernommen. Er hat dann eine Bootsfahrt mit einem Wahnsinnsboot organisiert, an der wir mit vielen der chinesischen Lehrer teilnehmen durften.


So konnten wir die beeindruckende Skyline dieses Teils von Qingdao einmal von Seeseite her in Augenschein nehmen. Anschließend stellte Toni in der Privatschule das deutsche Schulwesen vor und beantwortete Fragen, aber das Interesse war wohl nicht sehr groß und die Disziplin liess doch sehr zu wünschen übrig. Das wäre bei keiner unserer Schulen vorgekommen, da bin ich mir relativ sicher. 

Sehr schön war ein Ausflug ins Laoshan-Gebirge mit einer kleinen Wanderung, wobei das Wetter nicht so richtig mitspielte. Auf Einladung der chinesischen Marine, die 39. Mittelschule ist eine Partnerschule der Marine, waren wir dann zu einem Mittagessen mit einem Commander, seinem Sohn, dem Adjudanten und dem Fahrer eingeladen. Der Leutnant durfte uns demonstrieren, wie man innerhalb einer Minute ohne Abzusetzen eine Flasche des guten Tsingtaubieres austrinkt! Wir haben dieses zweifelhafte Sitte deutlich kommentiert und ließen uns auch nicht dazu verleiten, ebenfalls alles auf ex zu trinken - dieser "Brauch" ist vielen deutschen Geschäftsleuten aus China nicht unbekannt! Während eines Essens mit dem neuen Schulleiter, Herrn Bai, konnte verabredet werden, dass die RSplus Schifferstadt den Austausch mit der 39. Mittelschule, die im Ranking der 9-Millionen-Stadt Qingdao an dritter Stelle liegt (!), fortsetzen wird. 

Ein Ereignis muss an dieser Stelle noch erwähnt werden. Auf Einladung von Jialing Yan hat Toni an einer privaten Samstag-Sonntag-Schule drei Stunden Geographie auf Englisch unterrichtet und für jede Stunde 50 Euro erhalten (!). In allen Stunden saßen mehr als 85 Schüler im Klassensaal, sonntags sogar 97! Da lässt sich bestimmt gut lernen. 
So sieht ein engagierter deutscher Lehrer aus!
Ein kleines Versehen hat uns dann quasi noch einen freien Tag beschert, weil wir uns im Datum für den Rückflug geirrt hatten. Um 22.30 Uhr konnten wir die Sache noch klären, hatten so einen verlängerten Aufenthalt und erforschten dann am nächsten Tag noch den Teil Qingdaos, in dem noch viele Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit erhalten sind. Wir konnten endlich auch mal in einer der kleinen Garküchen essen. Mit einigen Gesten auf die an der Wand aufgehängte Speisekarte mit Bildern konnten wir uns verständlich machen. Das Essen kostete fast nichts und schmeckte ausgezeichnet. Man brachte uns am nächsten Tag zum Flughafen, alles verlief wunderbar. Die A 380 ist eine Wahnsinnsmaschine, unglaublich die Flugeigenschaften dieses Riesenvogels. 

Pünktlich zu Fasching waren wir wieder zurück und Waltraud und ich fuhren zu Hiltrud und Henning nach Lüneburg, wo wir Rebecca und Tobias trafen und einige Ausflüge in die Umgebung unternahmen. So besuchten wir u. a. Mölln. Besondere Sehenswürdigkeiten in Mölln sind die gut erhaltene Altstadt mit der sie überragenden backsteingotischen Kirche Sankt Nicolai und der am Fuße des Kirchbergs auf dem Markt befindliche Gedenkstein für Till Eulenspiegel (Aus: Wikipedia). Unser Ausflug nach Hamburg hat viel Spaß gemacht, weil auch das Wetter mitspielte und wir mit dem normalen Ticket einen großen Teil des Hafens erkunden konnten.

Pünktlich zu Fasching waren wir wieder zurück und Waltraud und ich fuhren zu Hiltrud und Henning nach Lüneburg, wo wir Rebecca und Tobias trafen und einige Ausflüge in die Umgebung unternahmen. So besuchten wir u. a. Mölln. Besondere Sehenswürdigkeiten in Mölln sind die gut erhaltene Altstadt mit der sie überragenden backsteingotischen Kirche Sankt Nicolai und der am Fuße des Kirchbergs auf dem Markt befindliche Gedenkstein für Till Eulenspiegel (Aus: Wikipedia). Unser Ausflug nach Hamburg hat viel Spaß gemacht, weil auch das Wetter mitspielte und wir mit dem normalen Ticket einen großen Teil des Hafens erkunden konnten.

Am 8. und 9. April dann fand das 40-jährige Geographentreffen in Trier in Nelles Park statt. Eine Besichtigung der gläsernen Romikafabrik, eine Führung durch die Porta Nigra durch einen gut gelaunten Legionär oder Zenturio sowie eine städtebauliche Führung in Tarforst lockten doch etliche Ehemalige nach Trier. Bei dem "Festakt" abends waren auch noch Prof. Jätzold, Prof. Sperling und etliche ehemalige Dozenten teil und wir wunderten uns, warum so viele einen nicht erkannten - kein Problem, war andersrum genauso! Bei vielen, den Männern natürlich, hat sich die Zahl der Haare auf dem Kopf arg verändert bzw. die Farbe ist bei vielen bis ins helle Weiß gewandert. War nicht weiter schlimm, nach kurzer Zeit saßen wieder die zusammen, die früher in den Vorlesen, Seminaren und in der Cafeteria auch zusammen saßen. 

Eggi und Waltraud (von links) 

Frau und Herr Sperling und die beiden Doktoren von Prof. Sperling - Edgar Wagner und Gernot Schilling

Das waren so mit die ersten Geographiestudenten an der Uni Trier


Die Osterferien verbrachten wir mit den üblichen Arbeiten und Besuchen in Schweden. Wir nahmen das Angebot von Ingemar an, die neue Veranda mit Schiebetüren und Schiebefenstern zu verglasen. Er hat nochmals alles ausgemessen und wir verabredeten die Arbeit für Ende Juni, was denn auch realisiert werden konnte. 
Am 28. April bin ich dann von Kopenhagen via London nach Vancouver geflogen. So eine Reise stand nicht wirklich auf meinem Plan, aber weil mein Freund Daryl sich mit seiner Altersdemenz immer mehr aus dem normalen Leben verabschiedet, wollte ich ihn wenigstens treffen, so lange er mich noch erkennt. Eigentlich sollte ich bei Frithjof und Helen in Delta bleiben, aber die Gute hat sich kurze Zeit vorher den Arm gebrochen und musste mit einem Gestell rumlaufen bzw. schlafen, wozu sie das ganze Bett brauchte und da musste Frithjof ins Gästezimmer ausweichen und - für mich war da, kann man ja auch verstehen, kein Platz mehr. Den fand ich dann aber bei Jutta und Günther in Tsawwassen. 

Die fertigen Bäume für die Gartengestaltung werden geliefert. Da muss man nicht so lange warten
wie ich in Speyer, bis eine ansprechende Größe erreicht ist. 


Jutta ist eine ehemalige Schülerin von mir, die 1982 die Realschule Mundenheim verließ. Wir haben uns, seitdem sie in British Columbia wohnen, fast jedes Mal getroffen, unsere Frreundschaft dauert also schon recht lange an. Trotz des bescheidenen Wetters war es ein schöner Aufenthalt in BC. Ich konnte Jutta viel in ihrem Geschäft in White Rock helfen, dort wurde ein Pandora-Shop-in-Shop eingerichtet. Zwischendurch bin ich mehrmals nach West Vancouver zu Daryl und Delsa gefahren. Daryl hat mich noch erkannt, weiß aber viele Dinge nicht mehr - c'est la vie!! Wir haben trotzdem viele schöne Stunden miteinander verbracht und ich habe mehrmals längere Spaziergänge mit ihm unternommen. Seine Krankheit wird wohl kaum wieder besser, aber man hat gemerkt, dass es ihm Spaß bereitet. Wir haben später noch mehrmals Kontakt via Skype gehabt. Ich habe es Delsa erklärt und sie ist mit ihren 81 Jahren noch fit genug, all diese komplizierten Dinge mit dem Internet zu verstehen - herrlich!!

Mit Pacific Coastal bin ich dann noch für eine Woche nach Campbell River geflogen, wo mich Walter abholte. Er wohnt in einem Traumhaus direkt am Meer auf der Insel Quadra. Obwohl das Wetter sehr schlecht war, hatten wir eine schöne Zeit zusammen. 

Daryl und Delsa
Daryl ganz gut drauf
  

Helen und Frithjof

Pacific Coastal von Vancouver nach Campbell River
Auf Quadra. Blick aus Walters Wohnzimmer auf das Meer
  

Austernernte!!


Einfach nur schön - Blick von Quadra Richtung Festland


Irgendwie gingen auch diese schönen Tage in British Columbia wieder vorbei und auf die Arbeit in Speyer und in Schweden habe ich gefreut. All meinen Freunden in Kanada ein herzliches Dankeschön, besonders bei der Rapp-Family,  für die wieder einmal richtig tolle Zeit in Kanada - herzlich Willkommen in Speyer.

Mai und Juni in Speyer bzw. in Deutschland bei der Familie - das war ganz in Ordnung. Einen Tag nach meinem 61. Geburtstag bin ich nach Schweden gefahren, Gras musste gemäht werden und Ingemar hatte sich für die Einglasung der Veranda angemeldet - und kam auch pünktlich. Mein Gott, was so ein Zentimeter hier und dort falsch bemessen, auf 7 m doch ausmacht. Wir haben es doch hinbekommen und nur ich kenne die entscheidenden Fehler - die anderen könnt ihr beim nächsten Besuch ausfindig machen. Während Waltraud mit Mutter, Tante und Onkel und Kusinen in der ersten Woche zu einem Besuch der alten Heimat in Pommern weilte, bekam ich in Schweden Besuch von Lintgard und Jochen. Sie kamen mit ihrem Wohnmobil und blieben einige Tage bei mir. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen. In Södra Sandsjö fand beim kleinen Museum das Fest zum "Midsommardag" statt. Wir waren recht früh dort und konnten uns gute Sitzplätze sichern. Für Lintgard und Jochen war das etwas total Neues, aber ich habe auch nur zwei Mal bislang am Mittsommerfest teilgenommen. 
Einzug der Musikanten am Mittsommertag

Sommertreffen bei Sören und Birgit

Mit der Verandaeinglasung sind alle großen Arbeiten getan!!


Unbescheiden wie ich bin, kann ich wohl sagen, dass ich ziemlich viel über die Geschichte der Auswanderung von Småland weiß, und so waren wir denn auch einen ganzen Tag auf den Spuren der Auswanderer unterwegs. Waltraud und ich gehören zu den wenigen Interessierten, die beide Auswandererstatuen, die in Karlshamn und in Chisago Lake (Minnesota) gesehen haben. Es hat den beiden aus Schifferstadt viel Spaß gemacht, zumal wir noch in Karlskrona am  großen Markttag teilhaben konnten und uns am Sill erfreuten. Wie bestellt konnten wir dann noch am Ende einer "Elchtour" mit meinem Auto ganz in der Nähe unseres Hauses dann noch nach 22.00 Uhr einen Elch am Waldrand beobachten - die beiden (und ich) waren happy. Nach den wenigen Tagen fuhren die beiden weiter Richtung Norden. Ab und zu wurde ich per SMS oder Mail über den jeweiligen Standort informiert. 
Die erste Woche war vorbei und Waltraud kam mit dem 99 Euro-Ticket der Lufthansa nach Kopenhagen geflogen und fuhr mit dem Zug nach Alvesta, wo ich sie abholte. Die Ferien verliefen meist ruhig. Langsam wurden die gelben Himbeeren reif, die Walderdbeeren wurden rot und die Heidelbeeren riefen auch, dass sie gepflückt werden wollten. Wir nahmen ein Projekt in Angriff: der Holzfußboden in der Küche sollte gestrichen werden. Also haben wir alles ausgeräumt und ich habe per Hand auf den Knien liegend den Boden abgeschliffen. Bevor es ans Streichen  ging, kam weiterer Besuch. Diesmal aus dem hohen Norden. Die Familie Breit, die in Kastel unweit meiner Mutter wohnt, schauten mit ihren Jungs vorbei. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, aber sie fuhren bereits am nächsten Tag nach dem Frühstück weiter Richtung Hunsrück. Ich strich den Fußboden und dann fuhren wir Richtung Vättern, wo wir in Borghamns Vandrarhem übernachteten. Soll man jemandem einen Rat geben, so folgender: schön und ruhig gelegen, aber mehr als verwohnt. Es gibt in Vadstena schönere Unterkünfte - so wollen wir es denn beim nächsten Besuch halten. Wir erforschten Vadstena und dort insbesondere das Birgittenkloster mit einer sehr interessanten Aufführung junger Künstler in verschiedenen Rollen (Ritter, Bischof etc.). Im Klöppelmuseum, Vadstena ist DAS Klöppelzentrum in Schweden, waren wir die einzigen Besucher. Die Präsentationen beschränken sich auf einige wenige Räume. Sollte sich jemand dafür interessieren, können wir das Klöppelmuseum auf Burg Abensberg bei Nürnberg empfehlen (Besuch erfolgte im Dezember 2011). Ein interessantes Ziel auf unserer Fahrt an den Vättern war der Götakanal. Natürlich haben uns die Schleusenstufen bei Borenshult (nahe Motala) und Berg (nordwestlich von Linköping) besonders gut gefallen. Ich würde sagen, Borenshult ist angenehmer, schöne Übersicht und bei weitem nicht so viele Touristen wie in Berg.

Schleusentreppe bei Borenshult.
Nach unserer Rückkehr war die Farbe auf dem Fußboden der Küche zwar trocken, aber wegen unerklärlicher Flecken habe ich nochmals gestrichen, bis es richtig gut war. 
Im August, Waltraud war schon wieder Richtung Speyer entfleucht, fuhren Rebecca und Esther nach Göteborg. Esther hat dort an der Tillskärsakademi neu angefangen. Leider habe ich vergessen, nach dem Ölwechsel den Tankdeckel wieder einzuschrauben, sie sind noch bis Göteborg gekommen und mussten sich dann mit Öl eindecken und einen Deckel vom Marmeladenglas mit Draht so befestigen, dass alles fest war. Mein Gott, was einem schon für Fehler passieren können. Über Ebay konnte ich nach der Heimkehr einen passenden Deckel für knapp 7 Euro bestellen. 
Am 10. August bin ich dann auf große Fahrt gegangen, genau 1600 km waren es bis nach Keminmaa in Finnland, unweit der Grenze zu Schweden bei Tornio gelegen. Langsam und gemütlich ging es Richtung Norden. In Umeå habe ich wie verabredet Tomas Weis getroffen. Wir kennen uns seit unserer gemeinsamen Fahrt mit der RMS St. Helena von Kapstadt nach St. Helena und zurück. Am nächsten Tag war ich dann endlich bei Mervi und Juhani in Keminmaa. Wir kennen uns seit 1996 und es war schon einige Zeit her, dass ich in Keminmaa war (das erste Mal übrigens 1969, ich allein, per Anhalter in Finnland). Es waren schöne geruhsame Tage in Lappland bei herrlichem Wetter, vielen Rentieren unterwegs und einem erneuten Besuch im Polarmuseum in Rovaniemi. Den Weg zurück habe ich dann, bitte mich nicht für verrückt halten, in 18 Stunden bewältigt, aber ich wurde einfach nicht müde und es war so einfach zu fahren. Im Durchschnitt habe ich 3,9 Liter Diesel pro 100 km verbraucht, das kann sich sehen lassen und nur ein Schwede ist aus der Rolle gefallen, weil ich irgendwo angehalten habe und er mit seinem LKW an mir vorbeifahren musste, weit und breit war kein anderes Auto zu sehen. Er hat mir den Vogel gezeigt, was soll man dazu sagen. 

6 kg Pfifferlinge an zwei Tagen im August

Pünktlich zu Waltrauds Geburtstag am 28.08. war ich dann wieder zu Hause in Speyer. Es fällt mir nicht mehr ein, was ich alles noch gearbeitet habe, wahrscheinlich nicht viel. Mit Michael bin ich dann öfter mit dem Fahrrad freitags unterwegs gewesen, was uns beiden gut getan hat. 

Der September ist nur so vorbeigeflogen, einige Geburtstage wurden gefeiert und schon stand die nächste Reise an. Am 29. September flogen wir, d. h. Waltraud und ich, Michael und Christa, Baldur und Madeleine, Gisela, Toni, Petra E. und Petra U. via Delhi nach Chennai am Indischen Ozean. Dort wartete schon unser Freund Amar Singh und wir unternahmen eine sehr interessante und kurzweilige Fahrt durch den Süden Indiens, in deren Verlauf wir sehr viele Tempel gesehen haben und die vielen Teegärten in den Nilgiri-Bergen der Westghats bewundern konnten. Einer der Höhepunkte unserer Reise war die Fahrt mit einem Hausboot in den Backwaters von Kerala.  Eine sehr beeindruckende Landschaft, sehr freundliche Menschen, wunderbares Essen - Herz was willst du mehr. Beeindruckt hat mich auch Kochin, wo in der St. Francis-Kirche das ehemalige Grab von Vasco da Gama zu sehen ist, der dort 1524 beerdigt wurde, bevor man seine sterblichen Überreste dann 1538 nach Portugal überführte. Die Reise mit Amar Singh und Saaji, unserem Fahrer, hat uns viel Spaß bereitet. Hier der Link zum Album: https://picasaweb.google.com/lh/sredir?uname=edgar.wagner&target=ALBUM&id=5664093436019266113&authkey=Gv1sRgCKa5yO_h_7KKpQE&feat=email

Black Thunder - ein schönes Hotel in Mettupalajam  - Wagners und Roths ruhen sich aus!!

Katakhalivorführung in Kochin

Sonnenuntergang in den Backwaters
So langsam nähert man sich ja dem Ende des Jahres. Am 25. Oktober fuhr ich wieder nach Schweden. Esther hatte ihre ersten Ferien und kam mit dem Zug nach Emmaboda. Im Wald ließ sie sich dann von ihrem Papa verwöhnen. Habe ich im Sommer schon ca. 10 kg Pfifferlinge gefunden, so war ich doch baff erstaunt, selbst im Oktober/November noch Pfifferlinge im Wald zu finden. Weitere 2,5 kg wurden gepflückt - die Stellen sind mir jetzt wohl bekannt.

Am 05. November wurde der Weihnachtsmarkt in Kosta eröffnet. Esther und ich sind dorthin gefahren und auf dem Weg von Lessebo nach Kosta ist uns beinahe eine Elchkuh mit Kalb ins Auto gelaufen. Das wäre angesichts der Größenverhältnisse nicht gut ausgegangen, aber alles ging gut, auch weil ich nicht so schnell gefahren bin und Esther mich rechtzeitig gewarnt hat. Am Tag darauf habe ich Esther dann nach Göteborg gebracht und bin von dort mit der Fähre nach Fredrikshavn gefahren. Mette und Morten sowie Niels und Jens haben mich in Hjörring schon erwartet. Zwei Tage blieb ich bei ihnen, es war schön wie immer. Auch ein Besuch bei unseren Freunden Eyvind und Troels, die beide auf wunderschönen Höfen außerhalb von Hirtshals wohnen, stand noch an, dann ging es nach Speyer zurück. 

Hier habe ich noch den Nebenraum der Garage gestrichen, den Boden gefliest und gefugt und dann war auch diese Arbeit, die letzte für 2011, getan. Und mit meinem Jahresbericht 2011 bin ich auch fertig, war einiges an Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Im Dezember fand das alljährliche Familientreffen mit der Trott-Seite statt. Nach einem Besuch des Weihnachtsmarktes in Landau ging es dann via Bad Bergzabern nach Niedersteinbach ins Cheval Blanc. Das Ambiente wie auch das Essen waren hervorragend, es hat allen gut gefallen. Es gäbe natürlich noch viel zu erzählen, aber ich lasse es mal genug sein. 

Waltraud und ich wünschen allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch. Am Mittwoch sind wir dann in 13 Stunden die 1126 km nach Schweden gefahren, alles verlief sehr gut und das Haus war sogar auf 12,8 °C aufgewärmt. Einen dicken Schnupfen habe ich mir doch schon am ersten Tag geholt.

Vi önskar alla God Jul och Gott Nytt År!

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